Verwaltungskammer

Helvet. Behörde (franz. chambre administrative, ital. camera amministrativa). Fünfköpfiges, in Departemente aufgeteiltes und von einer Kanzlei unterstütztes Exekutivgremium, das auf Kantonsebene für Land- und Volkswirtschaft, Finanzen, Bauwesen, Kultus, Erziehung und Kultur zuständig war. Die V. war dem Regierungsstatthalter unterstellt, der ihren Präsidenten ernannte und mit beratender Stimme an ihren Sitzungen teilnehmen durfte. Die Zentralregierung (Direktorium) besass das Recht, die V. abzusetzen. Die gemäss Verfassung von der kant. Elektorenversammlung gewählte Behörde sollte jährlich zu einem Fünftel erneuert werden. Die Auswirkungen des 2. Koalitionskriegs und der am 19.9.1799 eingeführte Amtszwang verhinderten jedoch Ergänzungswahlen. Das Gesetz vom 17.12.1800 ermächtigte die helvet. Exekutive, Kantonsverwaltern die Demission zu bewilligen bzw. sie zu entlassen und vakante Stellen aus einem von der V. (zwei Nominationen) und dem Regierungsstatthalter (eine Nomination) unterbreiteten Dreiervorschlag wieder zu besetzen. Im Abwesenheitsfall wurden die Mitglieder der V. durch Suppleanten vertreten.


Quellen
ASHR 1, 583-585; 6, 468-470
Literatur
– E. His, Gesch. des neuern schweiz. Staatsrechts 1, 1920, 266-268
– A. Fankhauser, «Die Bedeutung der Helvetik für die Ausbildung moderner kant. Verwaltungsstrukturen», in Itinera 21, 1999, 79-91

Autorin/Autor: Andreas Fankhauser