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Vogt von Altensumerau und Prasberg, Franz Johann

geboren 6.12.1611 Schloss Achberg bei Ravensburg, gestorben 7.3.1689, kath.; Sohn des Albrecht und der Maria Salome von Sirgenstein. Neffe des Sixt Werner ( -> 2). Ab 1623 Stud. in Dillingen, 1629-35 am Collegium Germanicum in Rom, wo V. 1634 zum Diakon und 1635 zum Priester geweiht wurde. Auf der Rückreise von Rom immatrikulierte er sich in Perugia. Er gehörte 1634-42 dem Domkapitel Eichstätt, 1636-50 jenem von Augsburg und ab 1636 jenem von Konstanz an. 1641 ernannte ihn Papst Urban VIII. zum Titularbf. von Megara und zum Weihbf. von Konstanz. Dort war er ab 1642 auch Präs. des Geistl. Rats und 1643-45 Generalvikar. Der Wahl zum Fürstbf. durch das Domkapitel 1645 schloss sich die Bischofsweihe wegen des Papstwechsels erst mit über einjähriger Verzögerung an. Wie seine Vorgänger wehrte sich auch V. gegen die Eingriffe in die bischöfl. Jurisdiktion. Um die Streitigkeiten zu beenden, schloss er 1652 mit dem Kloster St. Blasien, 1659 und 1682 mit der Deutschordensballei Elsass und 1659 mit jener von Franken sowie 1683 mit dem Kt. Luzern Verträge ab. Im Konflikt mit dem Nuntius in Luzern ersuchte der Bischof sogar den Kaiser als Protektor der Dt. Nation um Hilfe. Bei den Verhandlungen zum Westfäl. Frieden in Münster, die den Dreissigjährigen Krieg beendeten, liess sich V. durch seinen Kanzler Johann Köberlein vertreten. Da der Konstanzer Bischof das Ausschreibeamt für den Schwäb. Kreis innehatte und somit für die habsburg. Politik nicht unwichtig war, war V. während seiner Amtszeit auch in die Hegemonialpolitik der Grossmächte Frankreich und Habsburg involviert.


Literatur
HS I/2, 429-432

Autorin/Autor: Herbert Frey