Donneloye

Politische Gemeinde VD, Bezirk Jura-Nord vaudois, rechts der Mentue gelegen. Zur Gemeinde gehören das Dorf D., einige Weiler, seit 2008 Gossens und Mézery-près-Donneloye sowie seit 2012 auch Prahins. Um 1150 Donnolui. 1416 80 Haushalte; 1453 36; 1764 165 Einw.; 1850 282; 1900 382; 1950 274; 1970 245; 2000 320. Ab dem 12. Jh. war D. eine Herrschaft. 1380 wurde sie nach dem Aussterben der adligen Fam. de D. aufgeteilt. 1652 zählte die Fam. Loys-Villardin fast die gesamte Herrschaft zu ihrem Besitz. 1711 verkaufte sie diese an Bern, das im Dorf bereits ein Herrenhaus besass. D. war Sitz eines Kastlaneigerichts und gehörte zur Berner Vogtei Yverdon sowie 1798-2006 zum Bezirk Yverdon. Das Dorf wurde von der Gemeindeversammlung verwaltet. Im 12. Jh. wurde die Kirche Notre-Dame gebaut. Das Recht, den Pfarrer vorzuschlagen, lag beim Domkapitel; eingesetzt wurde er vom Bischof. Nach der Einführung der Reformation gehörten die Dörfer Mézery-près-D., Chanéaz, Prahins sowie die Kapelle Bioley-Magnoux zur Kirchgemeinde. 1664 wurde die Kirche, von der das Portal, die Kanzel und eine Glocke von 1496 erhalten geblieben sind, umgebaut, 1903 neu errichtet. 1712 wurde ein neues Pfarrhaus gebaut, 1894 das Schulhaus. Im 19. Jh. nahm die Bedeutung D.s als wichtiges Bauerndorf zu, da es am Schnittpunkt der Strassen Yverdon-Moudon und Yvonand-Bercher lag.


Literatur
– P. Aebischer, «Sur les noms de lieu composés de "domus" et d'un vocable hagiographique et singulièrement sur "D." et "Donatyre"», in ZSG, 1936, 37-63
– H. Herzig, L. Vuille, Yverdon et son district raconté par la carte postale (1895-1925), 1982
– M. Fontannaz, Les cures vaudoises, 1986, 119-123

Autorin/Autor: Philippe Heubi / AW