21/11/2001 | Rückmeldung | PDF | drucken
No 2

Österreich, Andreas von

geboren 15.6.1558 Burg Bresnitz (Böhmen),gestorben 12.11.1600 Rom. Sohn Ferdinands II., Ehzg. und Regenten von Tirol und Vorderösterreich, und der Philippine Welser. Die von seinem Vater nach einer standesgemässen Erziehung bestimmte geistl. Laufbahn führte 1576 zur Ernennung Ö.s zum Kardinal durch Papst Gregor XIII. 1577 immatrikulierte sich Ö. in Siena. 1580 erhielt er das Kardinalprotektorat für die österr. Erblande und wurde Koadjutor in Brixen (Südtirol). 1589 trat er nach schwierigen Vorverhandlungen und unterstützt von den Eidgenossen die Nachfolge des resignierten Bf. von Konstanz, Mark Sittich von Hohenems, an. Wegen seiner zahlreichen Nebenämter - u.a. Gubernator der Ober- und Vorderösterr. Erblande (ab 1579), Gouverneur im Elsass, Breisgau und Schwarzwald (1593), Statthalter von Vorderösterreich (1593) - konnte Ö. sein Wahlversprechen der ständigen Residenz in Konstanz nicht halten. Er setzte sich jedoch mit Nachdruck und Härte für die klare Abgrenzung und Durchsetzung der bischöfl. Rechte gegenüber der weltl. Obrigkeit nach tridentin.-kanon. Recht ein (Patronats- und Obsignationsrecht, Verwaltung der Kirchengüter, Ordnung der Feiertage). Unter Ö.s Regierung kam es auch zu einer Reform der Hochstifts- und Diözesanverwaltung. Hierbei wurde Ö. tatkräftig von Generalvikar Johann Pistorius und Weihbf. Balthasar Wurer unterstützt. 1593 liess er das Klosterarchiv neu ordnen und setzte einen Kammerrat für die Verwaltung der Finanzen ein. 1594 errichtete er das geistl. Ratskollegium und betraute es mit der Verwaltung der Diözese. Ö. veranlasste ferner eine Überarbeitung der wichtigsten liturg. Bücher mit dem Ziel, ihren einheitl. Gebrauch innerhalb der Diözese durchzusetzen. Neu erschienen das Rituale (1597), das Brevier (1599) und nach seinem Tod das Missale (1603). Auf der polit. Ebene gelang es Ö., sich eine einflussreiche Stellung innerhalb der kath. Reichsstände zu verschaffen.


Literatur
HS I/2, 412-418

Autorin/Autor: Herbert Frey