27/01/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Cronay

Gem. VD, seit 1798 Bez. Yverdon. Neben dem gleichnamigen Dorf umfasst die Gem. die kleinen Weiler La Baumaz, La Crausaz und Planchamps. 1142 Crosnai. 1764 263 Einw.; 1850 561; 1900 470; 1950 328; 1980 242; 2000 308.

Burgund. Gräber mit tauschierten Gürtelschnallen. Im MA gehörte die Herrschaft C. zum Besitz von Saint-Martin-du-Chène; beim Ort Au Signal lassen sich noch heute die Reste der Burg Castellion erkennen, einer bedeutenden Befestigungsanlage, mit der Ulrich de Saint-Martin 1255 Peter II. von Savoyen huldigte. Im SpätMA zerfiel die Herrschaft C. in drei Teile, deren Besitzer die Fam. von Valangin, die Fam. Combremont und die Fam. Châtonay waren. Den Besitz von Valangin kaufte der Berner Niklaus Manuel 1553 dem Gf. von Avy ab, dem Gatten der Isabelle de Challant, Herrin von Valangin. Combremont ging an die Edlen von Avenches, dann an die Robin und schliesslich an die von Yverdon, die es bis 1798 besassen. Der dritte Teil gelangte 1404 von Wullième Uldriset an Guillaume de Châtonay und wurde zu Beginn des 17. Jh. offenbar mit dem Teil zusammengelegt, welcher im Besitz der Fam. Manuel war. C. gehörte zur bern. Vogtei Yverdon und war Gerichtsort. Die Gemeindeglieder verwalteten ihre Gem. selbst. Die Kirche war vor der Reformation dem hl. Mauritius geweiht; die Kirchgem. umfasste C., die Filiale Orzens, die Dörfer Oppens und Gossens. Der Genfer Schriftsteller Rodolphe Töpffer verbrachte seine Sommerferien in einem Haus, das er 1843 erbte und umbaute, um dort Künstler zu empfangen. Das Schulhaus wurde 1809 gebaut und 1900 sowie 1939 renoviert. Gegen Ende des 20. Jh. schrumpfte der landwirtschaftl. Sektor stark, u.a. weil die Höfe zu klein waren. Zahlreiche Pendler fahren zur Arbeit nach Yverdon.


Literatur
– H. Herzig, L. Vuille, Yverdon et son district raconté par la carte postale (1895-1925), 1982
– W. Barblan, A travers le Nord vaudois, 1989

Autorin/Autor: Philippe Heubi / GG