Cheseaux-Noréaz

Polit. Gem. VD, Bez. Yverdon, am Ostufer des Neuenburgersees. Die Gem. C. entstand 1798 aus der Fusion von Cheseaux und Noréaz. 1147 Chesaut, 1177 Nobraia. 1764 79 Einw. (26 in Cheseaux, 53 in Noréaz); 1798 108; 1850 156; 1870 126; 1900 132; 1950 104; 1960 98; 1980 339; 2000 528. Im MA gehörten Cheseaux und Noréaz zum Priorat Vautravers und zur Herrschaft Belmont. Diese Zehntscheunen gelangten 1235 an die Abtei Montheron, welche hier bereits ab 1186 Zehntrechte besass. Nach der Einführung der Reformation fielen die Rechte der Abtei an die Stadt Lausanne. Im 17. Jh. überliess die Stadt ihre Rechte in Cheseaux Bern, behielt jedoch bis 1798 jene in Noréaz. Unter Berner Herrschaft gehörte C. zur Vogtei und Kastlanei Yverdon und stand 1789-99 unter kant. Verwaltung. 1764 gab es in Cheseaux nur noch drei Güter. Noréaz weigerte sich im gleichen Jahr, eine eigenständige Gem. zu werden. Kirchlich gehörte C. seit jeher zur Pfarrei Yverdon. 1789-91 baute François-Louis-Frédéric Haldimand das Landhaus Champ-Pittet. Das 1984 renovierte Gebäude ist seit 1991 der Westschweizer Sitz der Pro Natura. Es liegt inmitten von 40 ha Sumpf- und Schilfgebiet, die unter Naturschutz stehen. Seit 1960 sind in C. mehrere Quartiere mit Einfamilienhäusern entstanden. Die Gem. hat sich dadurch zu einem Wohnort der Agglomeration von Yverdon-les-Bains entwickelt (definitiver Zonenplan 1961, 1966, 1973 und 1984). Die 1975 erfolgte Eröffnung des Cessnov (Centre d'enseignement secondaire supérieur du Nord vaudois), das von mehr als 1'000 Schülern besucht wird, hat diese Entwicklung noch verstärkt.


Literatur
– L. Michaud, Yverdon à travers son passé, 1969
– «C.», in Bull. généalogique vaudois, 2000, 92-106

Autorin/Autor: Philippe Heubi / AW