Chavannes-le-Chêne

Polit. Gem. VD, Bez. Yverdon, mit dem Weiler La Ruchille. 1334 Chavanes. 1550 28 Haushalte; 1764 192 Einw.; 1850 331; 1900 384; 1950 261; 1970 201; 2000 233. Siedlungsplätze des Neolithikums und des FrühMA (5.-9. Jh.) im Vallon des Vaux. C. gehörte zur Herrschaft Saint-Martin-du-Chêne und war ab dem 16. Jh. deren Verwaltungszentrum. Nach der Eroberung der Waadt durch Bern wurde C. der Landvogtei Yverdon zugeteilt. 1335 sind sog. prud'hommes belegt, die richterliche und administrative Funktionen in der Gemeinde innehatten. Die Kapelle Sainte-Marie-Madeleine (1320 erwähnt, 1881 und 1950 restauriert) war eine Tochterkirche der Pfarrei Saint-Martin-du-Chêne (ab 1667 du Pâquier genannt). Der Herrschaftssitz wurde im 19. Jh. als Herrschaftstaverne benutzt (1958 restauriert). Im 18. Jh. wurde eine Gerberei betrieben. Ausserdem gab es in C. einst Steinbrüche für Muschelkalk. 1943-44 erfolgte eine Güterzusammenlegung. Das Schulhaus wurde 1934 errichtet, 1984 entstand in der einstigen Stampfe ein Gemeindesaal.


Literatur
Archéologie du Moyen Age, Ausstellungskat. Lausanne, 1993, 48 f.

Autorin/Autor: Pierre-Yves Favez / MF