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Belmont-sur-Yverdon

Polit. Gem. VD, Bez. Yverdon, mit dem Weiler Le Villaret (1164 Villars-Frelon). 1154 castrum Bellimontis, 1220 burgum Bellimontis. 1409 31 Haushalte; 1550 25; 1764 249 Einw. (52 Haushalte); 1850 387 Einw.; 1900 373; 1910 395; 1950 289; 2000 247. Das Dorf entstand aus einer befestigten, 1220 als Wochenmarkt belegten Vorstadt (Stadtrecht vor 1367) am Fuss der Burg Belmont. Diese bildete das Zentrum der gleichnamigen Herrschaft. Bürgermeister (ab 1393 erw.) verwalteten das Bürgergut und vertraten die Bürgerschaft gegen aussen. Das Städtchen zählte 1433 noch zu den bonnes villes der Waadt, erlebte aber einen Niedergang und sank im Verlauf des 16. Jh. in den Rang eines Dorfes ab. Unter Berner Herrschaft war B. Sitz einer Kastlanei (Gerichtshof) der Vogtei Yverdon. Kirchlich gehörte B. seit jeher zur Pfarrei Gressy, besass aber im MA eine Kapelle (Saint-Nicolas). 1406 wird eine Bruderschaft des Hl. Geistes erw. (mit Gressy). 1803 wurde B. Hauptort des Kreises, 1813 die bis dahin gemeinsamen genutzten Güter zwischen B. und Gressy geteilt. Ein Gemeindehaus wurde 1820, die Schule 1880 und die Post 1886 errichtet. Rund 20 Fam. leben heute noch von der Landwirtschaft (Güterzusammenlegungen 1919-21, 1949 und 1970). Die Dorfwirtschaft schloss 1969, der Lebensmittelladen 1984. Der Weiler Le Villaret wurde 1477 von Jolanda von Savoyen für ihren Kastlan von B., Claude d'Arnex, zu einem Vasallenlehen erhoben. 1752 verlieh Bern die Güter direkt den Bewirtschaftern. Das Gemeinwesen (1404 6 Feuerstätten) existierte 1550 infolge Angliederung an B. bereits nicht mehr.


Literatur
– O. Dessemontet, La seigneurie de Belmont en Pays de Vaud, 1955

Autorin/Autor: Olivier Dessemontet / MF