Jongny

Polit. Gem. VD, seit 2006 Bez. Riviera-Pays-d'Enhaut, an den südöstl. Hängen des Mont-Pèlerin gelegen. 1168-80 Iaunie. 1764 111 Einw.; 1798 156; 1850 279; 1900 308; 1950 338; 1980 761; 2000 1'286. J. war ein Lehen der Fam. de Blonay. Das Dorf gehörte zur Grosspfarrei bzw. Grossgem. Corsier. Es unterstand bis 1536 dem Bf. von Lausanne und unter Berner Herrschaft der Vogtei Lausanne. J. ordnete ein Mitglied in den Zwölferrat der Grossgem. ab und deren zwei in den Rat der Vierundzwanzig. 1798-2006 gehörte J. zum Bez. Vevey. Als die Grossgem. 1816 geteilt wurde, wählten J. und Chardonne die Selbstständigkeit, Corsier und Corseaux hingegen hätten die Grosspfarrei beibehalten wollen. 1893 erfolgte der Bau der Schule mit einem Raum für die Gemeindebehörden. Die auf einer Nekropole des FrühMA errichtete Kapelle Saint-Laurent ist seit 1300 bezeugt und war Filiale der Kirche von Corsier. Ab dem 19. Jh. stand sie leer, bis 1930 auf dem Gelände das Hotel du Léman errichtet wurde, welches zu Beginn der 1990er Jahre renoviert und von der Coop neu genutzt wurde. 1833 wurde J. der Kirchgem. Chardonne angegliedert. In J. wurde v.a. Landwirtschaft und Weinbau betrieben, 1903 stellte eine Ziegelei ihren Betrieb ein, 1836-1966 bestand eine Sägerei. Wie Vevey zog J. ständig mehr Ausländer an. Das Projekt einer Eisenbahnlinie Vevey-Thun über J. wurde 1912 aufgegeben. Heute ist J. eine reine Wohngemeinde.


Literatur
– F. Cavin, La commune de J., 1980
– «Chronique archéologique», in RHV, 1981, 172 f.
Liber donationum Altaeripae, hg. von E. Tremp, 1984, 151 f.
– H. Renaud, J., 1995

Autorin/Autor: Elisabeth Salvi / AA