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Chardonne

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Polit. Gem. VD, Bez. Vevey, zwischen Genfersee und Mont-Pèlerin gelegen. 1001 Cardona. 1764 561 Einw.; 1798 693; 1850 998; 1900 1'011; 1950 1'154; 2000 2'601. Archäolog. belegt sind Spuren aus dem Neolithikum, eine bronzezeitl. Nekropole und ein frühma. Grab. Bis 1079 war C. im Besitz der Abtei Saint-Maurice, anschliessend Teil der Grosspfarrei Corsier (heute Corsier-sur-Vevey), die dem Bistum Lausanne gehörte. Später wurde es Lehen der de Blonay, die 1226 einen Teil an die Abtei Hautcrêt weiterverliehen, einen andern 1284 an die d'Oron. Das kurz vor 1140 erw. Prämonstratenserinnenkloster im Weiler Rueyres wurde zwischen 1193 und 1210 in ein Männerkloster umgewandelt. 1536-1798 unter Berner Herrschaft, unterstand C. der Landvogtei Lausanne, in zivilrechtl. Angelegenheiten ab 1706/07 jedoch der Vogtei Oron. Die kommunalen Geschäfte besorgte ein sechsköpfiger Dorfvorstand, im Zwölferrat der Grossgem. Corsier stellte C. fünf Mitglieder. 1798 wurde die polit. Gem. C. geschaffen und dem Bez. Vevey zugewiesen; die Güterausscheidung mit Corsier-sur-Vevey fand allerdings erst 1816 statt. Die 1419 erw. und 1671 sowie 1746 erweiterte Kapelle Saint-Jean-Baptiste wurde 1864 von der seit 1536 ref. Pfarrei Corsier abgetrennt und zur Pfarrkirche erhoben. In der von Landwirtschaft und Weinbau geprägten Gem. (2000 13% in C. Erwerbstätige im 1. Sektor) entwickelte sich im 20. Jh. mit der Eröffnung von Hotels und dem Bau der Seilbahn Vevey-Mont-Pèlerin (1900) der Tourismus. C. hat sich zu einer Wohngem. mit zahlreichen Pendlern nach Vevey und Lausanne entwickelt.


Literatur
– N. Backmund, Monasticon Praemonstratense 1, 1983, 468
– J.-P. Verdan, C. en effeuillant l'histoire, 1997
HS IV/3, 495-500

Autorin/Autor: Elisabeth Salvi / AL