• <b>Pierre Prevost</b><br>Lithografie nach einem Porträt von  Firmin Massot,   um 1810 (Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann).

No 8

Prevost, Pierre

geboren 3.3.1751 Genf, gestorben 8.4.1839 Genf, ref., von Genf. Sohn des Abraham, Pfarrers und Rektors des Collège Calvin, und der Jeanne-Marie Bellamy. Cousin des Isaac-Bénédict ( -> 4). ∞ 1) 1788 Louise-Marguerite Marcet, Tochter des Marc, Uhrmachers und Mitglieds des Rats der Zweihundert, 2) 1795 Jeanne-Louise Marcet, Schwester von Louise-Marguerite. Schwager des Alexandre Marcet. In Genf 1771 Doktorat in Theologie, 1773 in Recht. 1773 Anwalt in Genf. Hauslehrer in den Niederlanden, 1774-80 bei der Fam. Delessert in Lyon und Paris. 1780 wurde P. Professor der Philosophie an der Berliner Akademie und veröffentlichte erste volkswirtschaftl. Arbeiten und solche zur sog. korpuskularkinet. Physik. 1784-85 lehrte er in Genf als Prof. für Literatur, 1793-1823 für rationale Philosophie, hatte ab 1809 den Lehrstuhl für theoret. Physik inne und war 1796-98 Rektor. 1786 wurde er in den Rat der Zweihundert, 1793 in die Nationalversammlung gewählt. P. unterzeichnete 1798 den Vereinigungsvertrag Genfs mit Frankreich. Nach einer wegweisenden Arbeit über den Ursprung des Magnetismus (1788) wandte sich P. der Erforschung von Wärme zu. Intellektuell vielseitig, verfasste er philosoph. Essays und Beiträge zu Wahrscheinlichkeiten sowie zur Entstehung von Ideen. Als Spezialist für die pragmat. Philosophie des engl.-schott. common sense übersetzte er deren Hauptwerke. Als treuer Anhänger von Georges-Louis Le Sages kinet. Atomismus suchte er durch eine Teilchentheorie des Lichts die zwischen 1808 und 1815 entdeckten Phänomene von Polarität und Interferenz zu erklären. Die Entwicklung der Wellentheorie der Wärme führte 1832 zur Publikation seiner "Exposition élémentaire des principes qui servent de base à la théorie de la chaleur rayonnante". Die Breite und die Mannigfaltigkeit seiner Reflexionen machen P. zu einem der letzten Gelehrten im Stile des 18. Jh.

<b>Pierre Prevost</b><br>Lithografie nach einem Porträt von  Firmin Massot,   um 1810 (Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann).<BR/>
Lithografie nach einem Porträt von Firmin Massot, um 1810 (Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann).
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Archive
– BGE, Nachlass
Literatur
Livre du Recteur 5, 241
– B. Weiss, Zwischen Physikotheologie und Positivismus, 1988, (mit Werkverz.)
– P. Speziali, Physica genevensis, 1997, 81-90

Autorin/Autor: René Sigrist / CS