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Porta, Petrus Dominicus Rosius a

geboren 1.10.1734 Ftan, gestorben 19.5.1806 Zuoz, ref., von Ftan. Sohn des Peter Rosius. ∞ 1) 1760 Greta Nicola, 2) 1764 Anna Stoupan Sechia. Ab 1751 studierte P. Theologie in Bern, Debrecen (Ungarn) und Nagy-Enyed (Siebenbürgen). In Nagy-Károly (Siebenbürgen) absolvierte er eine Anlehre als Buchdrucker. 1756 wurde er in die evang.-rät. Synode aufgenommen. Er arbeitete als Pfarrer 1756-57 in Feldis/Veulden, 1757-58 in Masein, 1758-64 in Ftan, 1766-81 in S-chanf, 1781-91 in Castasegna, 1791-1801 in Soglio, 1801-03 in Ftan und ab 1803 in Zuoz. 1778 präsidierte er die Unterengadiner Synode von Sent. Durch seine vermittelnde Tätigkeit führte er das Ende des Herrnhuterstreits herbei. Schon ab 1760 sammelte P. Material für seine Geschichte der ref. Kirche Graubündens, der "Historia reformationis ecclesiarum Raeticarum" (2 Bde., 1771-77). Das Werk umfasst den Zeitraum bis 1648, enthält ausführl. Quelleneditionen und ist deshalb für die Bündner Geschichte unentbehrlich. Das Desinteresse der Zeitgenossen verhinderte das Erscheinen eines dritten Bandes. Dessen unvollständiges Manuskript sowie weitere Arbeiten wurden im Familienarchiv Salis-Zizers gefunden. P. war einer der bedeutendsten Aufklärungstheologen Graubündens.


Literatur
– J.-A. Bernhard, Rosius à P. (1734-1806), 2005

Autorin/Autor: Karin Marti-Weissenbach