Vinzel

Polit. Gem. VD, Bez. Nyon. Dorf in den Rebbergen von La Côte. 1145 Vyncgel (oder Vynciel). 1764 66 Einw.; 1798 82; 1850 138; 1900 155; 1950 114; 2000 295. Obwohl an der Römerstrasse Vy d'Etraz gelegen, traten in V. bislang weder röm. noch burgund. Zeugnisse zutage. Im MA war der Ort in versch. Lehen aufgeteilt. Die Berner gliederten ihn in die Landvogtei Morges ein; das Dorf unterstand der Herrschaft Rolle. Ein Gouverneur, ein Sechserrat und eine Versammlung der Dorfgenossen verwalteten im 18. Jh. die Gemeinde. 1798-2006 gehörte diese zum Bez. Rolle. V. war Teil der Kirchgem. Bursins und zu Beginn des 21. Jh. der Kirchgem. Le Cœur de La Côte. Die zunehmende Ausdehnung der Rebberge im 17. Jh. bereicherte nur ein paar Grossgrundbesitzer, während die meisten übrigen Gemeindebewohner weiterhin arm blieben. Die Reblaus traf die zahlreichen Weinbauern der Gem. hart. Eine Ziegelei war 1817-1956 in Betrieb. Der Bau der Eisenbahn im 19. Jh. und der Autobahn Lausanne-Genf (A1) nach 1964 änderten am landwirtschaftl. Charakter der Gem. wenig. Diese zählt zwei Schlösser, dasjenige von V. und dasjenige von La Bâtie, das im 18. Jh. neu erbaut wurde und Gonzague de Reynold und dann Carl Jacob Burckhardt gehörte.


Literatur
– L. Keusen, V., 1995
– M. Grote, «Les fours Hoffmann des tuileries de V. et de Cossonay», in Journal de la construction de la Suisse romande, 1996, Nr. 6

Autorin/Autor: Germain Hausmann / MS