Luins

Polit. Gem. VD, Bez. Nyon, im Weinbaugebiet der La Côte, bestehend aus dem Strassendorf L., dem Weiler Combes, Einzelhäusern und einem Teil der ehem. Gemeinde Le Vernay. 1115 Luins. 1764 154 Einw.; 1850 180; 1900 266; 1950 231; 1980 226; 2000 322. Bei der Teilung der Herrschaft Prangins um 1234 erhielt der Zweig de Cossonay L., das die Fam. mit Wein beliefern musste. 1398 gestand Jeanne de Cossonay L. Freiheitsrechte zu. Später ging das Dorf an die Herren von Mont-le-Vieux, im 17. Jh. an die Fam. von Wattenwyl. Die ab dem 12. Jh. erwähnte Kirche Saint-Pierre wurde 1674 neu gebaut sowie 1896-97 und 1952-53 restauriert. Sie gehörte zum Priorat Payerne. Nach der Reformation wurde sie eine Filialkirche von Begnins. Während der Berner Herrschaft unterstand L. der Vogtei Nyon, Gerichtsort war jedoch Rolle, wohin das Dorf einen Geschworenen entsandte. Ein Sechserrat verwaltete die Dorfgenossenschaft. 1798-2006 gehörte L. zum Bez. Rolle. Das aus dem 17. und 18. Jh. stammende Schloss errichtete man aus Materialien des ma. Städtchens. Am Ende des 19. Jh. kam es zum Schulverband mit Vinzel. Ab 1929 erfolgte eine Güterzusammenlegung. Obwohl die Autobahn Genf-Lausanne durch L. führt, dominieren in der Gem. nach wie vor der Wein- und Ackerbau. Diese entwickelt sich aber immer mehr zu einer Wohngemeinde.


Literatur
L. par ses habitants, 1988
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 95 f.

Autorin/Autor: Germain Hausmann / GL