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Jallabert, Jean

geboren 26.7.1712 Genf, gestorben 9.4.1768 Genf, ref., Bürger von Genf. Sohn des Etienne ( -> 1). ∞ 1740 Sybille-Catherine Calandrini, Tochter des François. J. studierte Philosophie und Theologie an der Akad. Genf. Nach der Ernennung zum Honorarprofessor für Mathematik und Experimentalphysik 1737 unternahm er 1737-39 eine Bildungsreise nach Basel, Leiden, London und Paris, auf der er Kontakte mit den wichtigsten Gelehrten seiner Zeit knüpfte. Seine Antrittsvorlesung nahm sich der Einführung der experimentellen Wissenschaft an der Akad. Genf an. Bis zur Aufgabe des Pfarramtes, das er 1737-44 ausübte, wirkte er gleichzeitig als Professor, Pfarrer und Bibliothekar und widmete sich daneben physikal., chem. und hist. Untersuchungen. 1748 erschienen seine berühmten "Expériences sur l'électricité", in denen er die Elektrizität anhand ihrer Auswirkungen definierte und dabei eine auf Jean-Antoine Nollet beruhende Theorie verteidigte (These eines kontinuierl. Stromflusses). 1750 wurde er Mathematikprofessor, tauschte diesen Lehrstuhl aber 1752 gegen jenen für Philosophie. Ab 1746 sass er im Rat der Zweihundert und 1757 wurde er in den Kl. Rat gewählt, worauf er den Lehrstuhl und die Anstellung als Bibliothekar aufgab. 1765-68 war er Syndic von Genf. J. verfasste versch. Abhandlungen über Physik und Geologie, von denen einige unveröffentlicht blieben. Er war korrespondierendes Mitglied der bedeutendsten Akademien Europas (u.a. London, Paris, Berlin).


Archive
– BPUG, Nachlass
Literatur
Livre du Recteur 4, 134 f.
– I. Benguigui, Théories électriques du XVIIIe siècle, 1984

Autorin/Autor: René Sigrist / MD