Essertines-sur-Rolle

Polit. Gem. VD, Bez. Rolle, umfasst das Dorf E. und den Weiler Bugnaux. 1152 Essartinis. 1764 337 Einw.; 1798 434; 1850 564; 1900 453; 1950 402; 1980 296; 2000 496. Einige röm. Siedlungsreste in Bugnaux. Das Territorium von E. entspricht ungefähr der Herrschaft Mont-le-Vieux, der es unterstand. Ein kleiner Marktflecken (ab 1179 belegt, 1475 zerstört) neben dem Schloss Mont-le-Vieux wurde im 15. Jh. zugunsten der Weiler von E. aufgegeben. 1315 erhielten die Untertanen des Schlosses das Stadtrecht von Moudon. In der Berner Zeit 1536-1798 gehörte E. zur Vogtei Morges. In rechtl. Angelegenheiten unterstand es den Kastlaneigerichten Rolle und Mont-le-Vieux. 1798 kam es zum Bez. Aubonne, 1803 zum Bez. Rolle. 1828 forderten Châtel und Bugnaux ohne Erfolg eine Abtrennung von E. Der Wunsch nach einer Zweiteilung der Gem. ist immer noch vorhanden, so untersteht E. zu Beginn des 21. Jh. zwei verschiedenen Schulbezirken. Kirchlich gehörte E. zur Diözese Genf, hier zum Dekanat Aubonne. Die Kirche Saint-André hing ab dem 12. Jh. von der Benediktinerabtei Saint-Jean-hors-les-Murs in Genf ab; das rom. Kirchengebäude hat karoling. Fundamente und wurde 1692 und 1907 restauriert. Nach der Reformation wurde E. Gimel zugeteilt; ab 1837 gehören die Weiler zu Rolle. Nach einer Feuersbrunst 1784 ordnete Bern an, dass die Häuser nicht mehr zusammenhängend aufgebaut werden dürften. Bei Bugnaux wird Weinbau betrieben, auf den Anhöhen Ackerbau. Nach einem Bevölkerungsschwund wächst E. dank der Nähe zu Genf wieder und entwickelt sich zur Wohngemeinde.


Literatur
– R.J. Campiche, E. Zimmermann, E., 1973

Autorin/Autor: Germain Hausmann / MS