Dully

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Rolle. Streusiedlung in Hanglage nördl. des Genfersees, bestehend aus D. im Westen und dem Weiler Saint-Bonnet im Osten. 1238 Delui. 1764 119 Einw.; 1850 180; 1900 181; 1950 127; 2000 414. Seeufersiedlung aus der Jungsteinzeit; röm. Meilensteine; bedeutender Friedhof aus dem FrühMA. Die Region war im MA unter dem Herrn von Mont-le-Vieux, dem Kloster Romainmôtier und den Adelsfam. de Bursinel, de Senarclens und de D. aufgeteilt. Die Herrschaft wechselte im 17. und 18. Jh. mehrmals die Besitzer und unterstand zeitweise auch dem Geschlecht de Gingins. Unter bern. Herrschaft bildete D. einen Teil der Vogtei Morges. Kirchlich gehörte D. bis zur Reformation der Pfarrei Bursinel an, die dann Filialkirche der Kirchgem. Rolle wurde. Das ma. Schloss wurde 1884 im historisierenden Stil renoviert. Nach 1960 entwickelte sich D. vom Weinbauerndorf zur Wohngem. mit Villenviertel.


Literatur
JbSGUF 59, 1976, 274-276
– «Chronique archéologique», in RHV, 1980, 169 f.
– G. Caspari, Le château à la langue bien pendue, 1990

Autorin/Autor: Germain Hausmann / KMG