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Bursins

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Polit. Gem. VD, Bez. Rolle. Die Gemeinde an der Côte umfasst das geschlossene Weinbauerndorf B., die Weiler Le Vernay (teilweise) und Le Molard. Le Vernay bildete ursprünglich eine Gemeinde, entvölkerte sich aber allmählich und wurde 1830 unter B. und Nachbargemeinden aufgeteilt. 1011 Bruzinges, vor 1031 Brucins. 1764 264 Einw.; 1850 340; 1880 426; 1900 424; 1950 333; 1970 264; 1990 461; 2000 522. Spätröm. Siedlungsspuren kamen unter der Kirche zum Vorschein. Frühma. Gräber stammen u.a. aus karoling. Zeit. Im MA gehörte B. zur Herrschaft Prangins, 1536-1798 zur bern. Landvogtei Romainmôtier. Die Verwaltung der Gemeinde oblag einem Zwölferrat. 1011 schenkte Kg. Rudolf III. von Burgund der Abtei Romainmôtier die Pfarrkirche Saint-Martin. Die Kirche des 11. Jh. in cluniazens. Stil wurde zwischen dem 14. und dem 16. Jh. umgebaut, von den Prioratsgebäuden abgetrennt und 1518 durch eine Seitenkapelle erweitert. Das 1238 erstmals erwähnte Priorat wurde 1329 Romainmôtier angeschlossen; vor 1284 war ein befestigtes Haus angefügt worden. Seit 1527 besitzt B. bei Le Brassus eine Alpweide (La Bursine), die es von der Abtei Lac de Joux erhalten hat. Acker- und Weinbau herrschen vor. Ersterer erlebte nach der Trockenlegung der Sümpfe zu Beginn des 20. Jh. einen Aufschwung. Eine Ziegelei war vom MA bis 1878 in Betrieb. Ein kleines Wohnquartier ist nach 1969 entstanden.


Literatur
– E. Caboussat, B., 1990
HS III/2, 579-583
– «Chronique archéologique 1991», in RHV, 1992, 188-194

Autorin/Autor: Laurent Auberson / MF