Schuppose

Als S. (mittellat. scoposa) wird im alemann. Raum ein ab Anfang des 12. Jh. aus der Auflösung grösserer grundherrl. Verwaltungseinheiten (Huben) entstandener bäuerl. Kleinbetrieb von 5 bis 15 Jucharten bezeichnet, der aus Haus, Hofstätte und parzellierten Wirtschaftsflächen in der Flur besteht und mit Nutzungsrechten verbunden ist (Grundherrschaft). Spätestens ab dem 14. Jh. wandelten sich die S.n von Wirtschafts- zu Organisationseinheiten, da Teilungsverbote den bäuerl. Liegenschaftshandel nie zu unterbinden vermochten. Im 17. und 18. Jh. wird der Ausdruck S., abhängig vom Grad der grundherrl. Durchsetzungskraft, noch zur Legitimation grundherrl. Ansprüche oder als Begriff für kleinere Liegenschaften verwendet.


Literatur
– P. Münger, Über die S., 1967
– F. Zangger, Grundherrschaft und Bauern, 1991

Autorin/Autor: Gregor Egloff