Rossinière

Polit. Gem. VD, Bez. Riviera-Pays-d'Enhaut, umfasst das Dorf R., den Durchgang und Weiler La Tine sowie eine Streusiedlung. Das durch die Saane gefährdete La Tine, früher Cuves genannt, wurde 1702 höher versetzt. 1155 La Ransonery, dt. früher Russeneire. 1276 61 Hofgenossen; 1476 57; 1584 800 Einw.; 1766 622; 1850 636; 1900 772; 1950 584; 2000 507. R. und Cuves bildeten ein der Kastlanei Œx unterstehendes Meieramt. In R. befand sich ein Wehrturm. 1388 befreite der Gf. von Greyerz R. vom Todfall. 1555-1798 gehörte R. zur Landvogtei Saanen, 1798-2006 zum Bez. Pays-d'Enhaut. Die 1316 erw. Kapelle Marie-Madeleine, eine Filiale von Château-d'Œx, wurde nach der Reformation zwischen 1556 und 1559 zur Pfarrkirche erhoben, 1645 vergrössert und 1910-12 sowie 1971-75 restauriert. 1766 bestanden drei Schulen. Die traditionelle Berglandwirtschaft mit Viehzucht, Käseproduktion und Forstwirtschaft verlor Ende des 20. Jh. an Bedeutung (1979 22 Betriebe, 2010 13). 1798 siedelte sich die Uhrmacherei und im 19. Jh. die Strohflechterei an. 1973 entstand der Stausee Lac du Vernex. In R. wird Sommer- und Wintersport betrieben. Das 1752-56 erbaute Grand Chalet ist eines der mächtigsten in der Schweiz.


Literatur
– E. Henchoz, «Pour le troisième centenaire de la "Maison de la Place"», in RHV, 1964, 1-104
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 105-107

Autorin/Autor: Pierre-Yves Favez / AHB