Rüti bei Lyssach

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Burgdorf, Verwaltungskreis Emmental. Die Kleingem. umfasst das links der Emme und westlich von Burgdorf gelegene Dorf R. mit den Weilern Ramsi und Rütihubel. 1341 Ruiti. 1764 106 Einw.; 1850 132; 1900 128; 1950 102; 2000 156. Der Kirchensatz der 1275 erw. Kirche in R. kam 1350 von einem Burgdorfer Bürger an das Eremitenhaus Witenbach (Heiligkreuz LU) und gelangte 1360 an das Deutschordenshaus (ab 1485 Chorherrenstift) Bern sowie 1528 an die Stadt Bern. Nach der Reformation wurde die Kirchgem. R. mit Einschluss von vier Lyssacher Höfen bis 1938 vom Helfer in Burgdorf betreut, ab 1874 wurde die Kirche aber eine Filiale von Kirchberg, das 1938 auch die Seelsorge übernahm. R. teilte die gerichtl.-polit. Entwicklung mit dem Niedergericht Alchenflüh, gehörte aber militärisch und steuerlich ab 1431 zum Ausburgerbez. der Stadt Burgdorf. 1798-1803 bildete R. mit Lyssach eine Gem. und wurde danach eigenständig. Nach der Melioration und Güterzusammenlegung von 1960 entstand das Neuquartier Binsberg; R. verlor damit den stark bäuerl. Charakter. 2000 hatte die Gem. einen Anteil von 72% Wegpendlern v.a. nach Bern und Burgdorf.


Literatur
Heimatbuch des Amtes Burgdorf und der Kirchgem. Utzenstorf und Bätterkinden, 2 Bde., 1930-38
– E. Glauser, «Ein Beitr. zur Gesch. der Gem. R.», in Burgdorfer Jb. 32, 1965, 89-98
– H. Ryser, R., 1982
– U. Schneeberger, Bauinventar der Gem. R., 2001

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler