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Granges-près-Marnand

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Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Payerne. Linkes Broyeufer. Der Weiler Brit, eine ehem. Herrschaft, wurde 1806 der Gem. angegliedert. 881 in fine Graniacense, 1228 Granges, 1952 heutiger Name. 1764 372 Einw.; 1798 394; 1870 841; 1900 942; 1950 856; 2000 1'146. Spuren aus der Bronzezeit; versch. Grabhügel wurden zerstört. Zahlreiche röm. Spuren (darunter versch. villae). Zwanzig Grabstätten aus dem FrühMA in Arenaz. Im 13. Jh. gehörte G. zum Kapitel Lausanne und zum Priorat Payerne. Unter bern. Herrschaft war das Dorf Teil der Vogtei Moudon und der Kastlanei Villarzel; es gab eine Gemeindeversammlung. 1637 Ernennung des ersten Lehrers. Die in einem Ökonomiegebäude einer villa erbaute Kirche aus dem 7. Jh. wurde im 9.-10. Jh. durch eine zweite (schon Pfarrkirche), im 12. Jh. durch eine dritte und im 13.-14. Jh. durch eine vierte ersetzt (Chor aus dem 14. Jh., Kirchturm von 1808); 1970-72 Restaurierung. 1862-1965 bildete G. mit Marnand eine Gem. der evang.-ref. Freikirche des Kt. Waadt. Bedeutende kath. Gemeinschaft im 20. Jh. Zahlreiche Überschwemmungen wegen Hochwassers der Broye, besonders 1774, 1888 und 1895. Tabakkulturen seit 1723. 1796 gab es einen Aufstand gegen eine Minderheit von Bürgern, welche die Gemeingüter beschlagnahmt hatten. Seit Beginn des 20. Jh. haben sich in G. mehrere kleine Industriebetriebe niedergelassen (Mühlen, Bauunternehmen, Druckereien, Garagen, Tierzucht). Mehrere neue Wohnquartiere.


Literatur
– C. Jaccottet, G.: église, 1975
– W. Stöckli, «Recherches archéologiques dans l'église de G.», in HA 16, 1973, 92-105

Autorin/Autor: Valérie Favez / CN