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Granges-près-Marnand

Ehemalige politische Gemeinde VD, Bezirk Broye-Vully, seit 2011 mit Cerniaz (VD), Combremont-le-Grand, Combremont-le-Petit, Marnand, Sassel, Seigneux und Villars-Bramard Teil der neuen Gemeinde Valbroye. Linkes Broyeufer. Der Weiler Brit, eine ehemalige Herrschaft, wurde 1806 der Gemeinde angegliedert. 881 in fine Graniacense, 1228 Granges, 1952 heutiger Name. 1764 372 Einw.; 1798 394; 1870 841; 1900 942; 1950 856; 2000 1'146. Spuren aus der Bronzezeit; versch. Grabhügel wurden zerstört. Zahlreiche röm. Spuren (darunter versch. villae). Zwanzig Grabstätten aus dem FrühMA in Arenaz. Im 13. Jh. gehörte G. zum Kapitel Lausanne und zum Priorat Payerne. Unter bernischer Herrschaft war das Dorf Teil der Vogtei Moudon und der Kastlanei Villarzel sowie 1798-2006 des Bezirks Payerne. In Granges gab es eine Gemeindeversammlung. 1637 Ernennung des ersten Lehrers. Die in einem Ökonomiegebäude einer villa erbaute Kirche aus dem 7. Jh. wurde im 9.-10. Jh. durch eine zweite (schon Pfarrkirche), im 12. Jh. durch eine dritte und im 13.-14. Jh. durch eine vierte ersetzt (Chor aus dem 14. Jh., Kirchturm von 1808); 1970-72 Restaurierung. 1862-1965 bildete G. mit Marnand eine Gemeinde der evang.-ref. Freikirche des Kt. Waadt. Bedeutende kath. Gemeinschaft im 20. Jh. Zahlreiche Überschwemmungen wegen Hochwassers der Broye, besonders 1774, 1888 und 1895. Tabakkulturen seit 1723. 1796 gab es einen Aufstand gegen eine Minderheit von Bürgern, welche die Gemeingüter beschlagnahmt hatten. Seit Beginn des 20. Jh. haben sich in G. mehrere kleine Industriebetriebe niedergelassen (Mühlen, Bauunternehmen, Druckereien, Garagen, Tierzucht). Mehrere neue Wohnquartiere.


Literatur
– C. Jaccottet, G.: église, 1975
– W. Stöckli, «Recherches archéologiques dans l'église de G.», in HA 16, 1973, 92-105

Autorin/Autor: Valérie Favez / CN