05/03/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Corcelles-près-Payerne

Dieser Artikel wurde für die Buchausgabe des HLS mit einem Bild illustriert. Bestellen Sie das HLS bei unserem Verlag.

Polit. Gem. VD, Bez. Payerne. Grosses Dorf an der alten Landstrasse nach Bern, seit der Ausdehnung der Wohngebiete mit Payerne zusammengewachsen. 1235 Corsales. 1453 60 Haushalte; 1764 503 Einw.; 1850 880; 1900 1'189; 1950 1'259; 2000 1'644. An der Römerstrasse Avenches-Payerne gelegen. Überreste eines röm. Aquädukts, der Aventicum aus dem Lac de Seedorf versorgte. 1955 wurde ein reicher Schatz mit 1'118 Münzen aus dem 11. Jh. gehoben. Von deren Anfängen an gehörte C. zur Herrschaft von Payerne. Im Ancien Régime unterstand C. dem Schultheissen von Payerne und sandte zwei Vertreter in den Stadtrat (Plein Conseil), drei Vertreter in den Bürgerrat (Communauté). 1801-06 wurden C. und Payerne getrennt. Die Güteraufteilung war 1817 vollzogen: C. erhielt u.a. 4 ha Reben in Savuit (Gem. Lutry). 1228 ist C. als Pfarrei erwähnt; die rom. St.-Niklaus-Kirche wurde danach wiederholt umgebaut. Das Pfarrhaus im Neuenburger Stil datiert von 1744. 1845-63 war C. kirchlich Payerne angeschlossen. Im 18. Jh. wurde u.a. Pferdezucht betrieben. Die Korrektion der Broye (1906) erlaubte die landwirtschaftl. Nutzung der Ebene. Heute dominiert der 2. Sektor dank der Ziegelei Morandi, einer Fabrik für Uhrgehäuse sowie kleinen und mittleren Betrieben. Bahnhöfe liegen an den Linien Estavayer-Freiburg und durchs Broyetal.


Literatur
– A. Burmeister, «La séparation de Payerne et C.», in RHV, 1931, 148-180
– J.-P. Chuard, «C. et la Révolution de 1798», in RHV, 1966, 133-140
– «Le trésor de C.», in Schweiz. numismat. Rundschau 48, 1969, 5-227

Autorin/Autor: Gilbert Marion / KMG