Evangelischer Frauenbund der Schweiz (EFS)

Der im Zuge der Abolitionismus-Bewegung 1901 gegründete Verband deutschschweiz. Frauenvereine zur Hebung der Sittlichkeit engagierte sich in der Bekämpfung der Prostitution (Abolitionismus, Sittlichkeitsbewegung). Unter dem Namen Schweiz. Verband Frauenhilfe widmete er sich in der Zwischenkriegszeit der Fürsorge gefährdeter Frauen und Jugendlicher. Im Anschluss an den 3. Schweiz. Frauenkongress von 1947 schloss er sich mit anderen evang. Vereinen zum EFS zusammen. Als moralische Bewegung wollte der EFS erzieherisch wirken und zu gesamtgesellschaftl. Fragen Stellung beziehen (Frauenbewegung). Die im EFS zusammengeschlossenen Vereine zeichneten sich zunehmend durch soziale Offenheit, ökumen. und friedenspolit. Engagement sowie durch Forderungen nach Gleichstellung aus. Sie finanzierten Projekte mit gesellschaftl. Wirkungskraft wie z.B. die Wohnsiedlung Brahmshof in Zürich. Zusammen mit dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund gibt der EFS seit 1971 die kritische Zeitschrift "Schritte ins Offene" und seit 1991 die "EFS-Info" heraus.


Literatur
– B. Schnegg, A.-M. Stalder, «Zur Gesch. der Schweiz. Frauenbewegung», in Die Stellung der Frau in der Schweiz, 1984, 5-27
Viel erreicht - wenig verändert?, hg. von L. Studer, 1995

Autorin/Autor: Elisabeth Joris