Chevroux

Polit. Gem. VD, Bez. Payerne. Dorf am südöstl. Ufer des Neuenburgersees, mit dem Weiler Ostende (früher Chevrottet). 1286 Chevroth. 1764 229 Einw.; 1850 365; 1870 429; 1900 367; 1950 335; 1980 276; 2000 383. Dreizehn Seeuferstationen (davon drei sehr fundreich) aus Jungsteinzeit und Bronzezeit. Röm. Friedhof. Ein ma. Turm überragte den See. Ausser im 14. Jh. (Abhängigkeit von Schloss Vaumarcus) gehörte C. immer zur Herrschaft Grandcour. Zur Zeit der bern. Landvogtei Avenches (ab 1536) stand der Gem. ein Zwölferrat vor. Zunächst war C. kirchlich der Pfarrei Dompierre-le-Grand, später Ressudens unterstellt. 1733-1845 hatte C. einen Pfarrvikar und ein Chorgericht. Die Johannes dem Täufer geweihte Kapelle trägt noch das Savoyer Wappen. Ein bedeutender Warentransit lief im 18. und 19. Jh. über den Hafen. Um 1780 wurde die Auberge de l'Ours eröffnet. Eine Indiennemanufaktur, Filiale von Cortaillod, erlebte 1770-85 ihre Blütezeit. Ab dem 19. Jh. wurden Landwirtschaft und Fischerei durch Obstbau ergänzt. Seit 1970 bezieht die Gem. erhebliche Einnahmen aus dem Bootshafen, einem der grössten der Schweiz (950 Liegeplätze, Bootswerft). Zahlreiche Ferien- und Wochenendhäuser sowie Campingplatz.


Literatur
– J.-P. Chuard, C., village vaudois, 1953

Autorin/Autor: Gilbert Marion / KMG