Schweizerisches Jugendschriftenwerk (SJW)

Das SJW, dessen Gründer aus dem Umfeld der reformpädagog. Bewegung stammten, entstand 1931. Der Verein etablierte sich zunächst in der dt., ab 1935 in der franz. und nach 1941 auch in der ital. und rätorom. Schweiz. Zunächst als "Feldzug gegen den Schundliteraturteufel" (Otto Binder) konzipiert, diente er ab Ende der 1930er Jahre auch nationalpädagog. Zielen; "gesunder, einheim. Lesestoff für unsere Jugend" sollte gemäss einem Slogan von 1938 vermittelt werden. Nach 1945 entwickelte sich das SJW dank dem Direktvertrieb über die Lehrerschaft zu einem der wichtigsten Instrumente der Leseförderung. 1957 wurde das SJW in eine nicht gewinnorientierte Stiftung umgewandelt. Ziel der Stiftung ist "die Herausgabe guter und preiswerter Jugendschriften in allen Landessprachen sowie deren Verbreitung in sämtl. Landesteilen". Das Programm ist auf die drei Zielgruppen Unter-, Mittel- und Oberstufe zugeschnitten. Bis 2006 waren, mit einem Höhepunkt in den 1960er Jahren, ca. 2'300 Titel in allen Landessprachen erschienen. Insgesamt wurden rund 50 Mio. Hefte verkauft. Das Verlagsprogramm von 2006 enthielt neben den traditionellen Printmedien auch CDs in Tamilisch, Serbisch, Albanisch und anderen Migrantensprachen.


Literatur
SJW-Jahresber. 1931/32 -
– O. Binder, «Das S.», in Zs. Pro Juventute, 1932, H. 1, 3-8
– F. Brunner 50 Jahre Schweiz. Jugendschriftenwerk (SJW), 1931-81, [1981]
NZZ, 23.5.2006
– C. Linsmayer, Ein geistiges Rütli für die Schweizer Jugend, 2007

Autorin/Autor: Lucien Criblez