28/07/2016 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Abteien

Vom MA an bezeichneten sich neben den Bruderschaften der Handwerker und Gesellen auch Vereinigungen und Organisationen junger Männer, wie die Königreiche und Knabenschaften, sowie Schützenges. (Schützenwesen) als A. Sie waren rein weltl. Männerbünde, deren hierarch. Strukturen auf den Modellen der religiösen Bruderschaften beruhen. Jungmänner-Vereinigungen und Schützenges. unterschieden sich jedoch in ihren Zielen: Während erstere insbes. Feste organisierten und normwidriges Verhalten kontrollierten, waren die Schützenges. v.a. dazu da, die Verteidigung der Gemeinschaft und die Aufrechterhaltung der öffentl. Ordnung zu gewährleisten. Vom 16. Jh. an wurden A. im Zuge der Durchsetzung der Reformation abgeschafft oder ihrer urspr. Vorrechte beraubt. Als Folge dieser Veränderungen wurden einige von ihnen, z.B. die Abbaye de Saint-Pierre in Genf, in militär. Vereine umgewandelt und erhielten damit eine ähnl. Funktion wie die Schützenges. Bis zum Ende des 19. Jh. hielt sich der Begriff noch als Bezeichnung versch. Handwerkerkorporationen.


Literatur
– J.-J. Fiechter, Les abbayes vaudoises, 1991
– I. Taddei, Fête, jeunesse et pouvoirs, 1991
– N. Schindler, «Die Hüter der Unordnung», in Gesch. der Jugend 1, hg. von G. Levi, J.-C. Schmitt, 1996, 319-382, (ital. 1994)

Autorin/Autor: Ilaria Taddei / CN