Vulliens

Polit. Gem. VD, Bez. Broye-Vully, die südlich von Moudon liegt und an den Kt. Freiburg grenzt. Sie umfasst das Dorf V. (Bourg-Dessus und Bourg-Dessous) sowie die Weiler Bressonnaz-Dessus und Seppey. 1152/57 Willens. 1416 23 Feuerstätten; 1659 28; 1803 294 Einw.; 1850 458; 1900 444; 1950 344; 1970 266; 2000 438. Auf dem Gemeindegebiet wurden ein Grab aus der Latènezeit und eine Quellfassung aus röm. Zeit entdeckt. Im 13. Jh. war V. Zentrum einer grossen Herrschaft, die sich über einen weiten Teil des nördl. Jorat erstreckte. Mit dem Niedergang der Fam. de V. wurde die Herrschaft aufgeteilt. Um 1400 gelangte sie an die Fernex-Lullin, zu Beginn des 15. Jh. an die Genève-Lullin, 1611 an die von Tavel, 1656 an die de Joffrey, 1725 an die de Chandieu und 1763 an die de Senarclens. 1536-1798 war V. Teil der Berner Landvogtei Moudon und Sitz eines Gerichts. 1798-2006 gehörte V. zum Bez. Oron. Die Kirche wurde 1228 zur Pfarrkirche erhoben. Nach der Reformation 1536 war V. nach Mézières kirchgenössig, während Bressonnaz-Dessus und Seppey seit 1842 Syens unterstehen. 1749-80 wurde in V. Tuff abgebaut. Trotz neuer Wohnzonen bewahrte die Gem. ihren ländl. Charakter.


Literatur
– C. Pasche, La contrée d'Oron, 1895, 203-220 (Neudr. 1988)
– R. Burnand, La chapelle de V., [1938]

Autorin/Autor: Olivier Frédéric Dubuis / CN