Bürger

Die Verfassung der Helvetischen Republik vom 12.4.1798 hob auf Grund der Idee der natürl. Gleichheit aller Menschen die versch. Standesunterschiede und Zugehörigkeitsverhältnisse auf und erklärte neben den Stadtbürgern und Dorfgenossen auch alle Hintersassen und Ewigen Einwohner zu Schweizerbürgern (Citoyens Suisses, Bürgerrecht im Sinne der Franz. Revolution). Die Juden wurden allerdings nachträglich wiederum ausgenommen. Das Aktivbürgerrecht beschränkte sich auf alle mind. 20-jährigen männl. Schweizerbürger. Ein Beschluss der helvet. Räte vom 28.4.1798 erklärte die Bezeichnung "Herr", als der Gleichheit widersprechend, für abgeschafft; an ihrer Stelle sollte das "schöne und simple Wort 'B.'" verwendet werden.


Literatur
– E. His, Gesch. des neuern Schweiz. Staatsrechts 1, 1920, 105-127

Autorin/Autor: Georg Kreis