Montpreveyres

Polit. Gem. VD, Bez. Lavaux-Oron, am Osthang des Haut-Jorat gelegen. 1154 Monteproverio, 1177 Montpreuero, 1167 und 1228 Mons Presbiteri. 1433 8 Feuerstellen; 1600 16; 1798 257 Einw.; 1850 256; 1900 270; 1950 243; 2000 373. Vor 1160 diente ein von den Kanonikern des Gr. St. Bernhard gegr. Priorat als Zwischenstation auf der grossen Strasse Lausanne-Moudon. Nach 1536 bildete M. eine der sieben Kastlaneien der Vogtei Moudon. 1798-2006 gehörte die Gem. zum Bez. Oron. M. verfügte über einen Gerichtshof, bestehend aus einem Landammann, einem Gerichtsschreiber und sechs Geschworenen. Die Pfarrei ist 1228 erwähnt. Zur Kirchgemeinde zählte ab 1828 Corcelles-le-Jorat und 1828-37 auch Les Cullayes. Die heutige, 1757-58 an der Stelle eines älteren Gotteshauses erstellte ref. Kirche Saint-Laurent wurde 1818 modernisiert und 1895 sowie 1949 restauriert. Das Priorat - bisweilen wegen seiner Befestigungen auch als "Château" bezeichnet - wurde 1576 in ein Pfarrhaus umgewandelt. Die 1525 bezeugte Moulin du Creux umfasste eine Stampfe und eine Säge. Das 1545 belegte Gasthaus zum Pfauen wurde 1680 zum Bären umbenannt. 1639 raffte ein Pestzug die Hälfte der Bevölkerung dahin. Eine Schule bestand bereits im 17. Jh. M. entwickelte sich im 20. Jh. mit je zwei Gasthöfen und Autogaragen zunehmend zum Transitort. Die Eisenbahnlinie Lausanne-Moudon (1901-62) ersetzte ein Postautokurs. Beim Verkauf des 1980 eröffneten industriellen Fotolabors 2006 wurden 90% der Stellen abgebaut. 2000 wies M. zwei Landwirtschaftsbetriebe auf.


Literatur
– C. Pasche, La contrée d'Oron, 1895, 279-296, (Neudr. 1991)
– J. Meylan, Changement social et pratique politique dans une commune vaudoise au XXe siècle, Ms., 1980, (ACV)
HS IV/1, 270 f.

Autorin/Autor: Jean-Jacques Bouquet / MD