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Castelli, Giovanni Pietro

gestorben 1732, kath., von Melide. Herausragende Figur einer Fam. von Stuckateuren aus Melide. Mit seinem Bruder Carlo Antonio war C. in Deutschland tätig, v.a. in Thüringen und Franken. Von 1688 bis 1699 schuf er mit Paolo Gerolamo Brenni aus Salorino Stuckaturen in Würzburg, Schillingsfürst und Bielefeld. Die Stuckaturen der Schlösser Bonn und Clemensruhe in Poppelsdorf-Bonn (1720) sind Zeichen eines radikalen Stilwechsels vom ital. Spätbarock - C.s Stil bis in die ersten Jahre des 18. Jh. - hin zu Arabeskenformen. Diese nahmen bereits das Rokoko vorweg, welches seinen vollen Ausdruck in der Residenz Würzburg (1723-26) fand. Zwischen 1727 und 1734 verbreiteten die Brüder C. auch in Altenburg den modernen franz. Stil, den sie sich durch Modelle der Pariser Zeichner Gilles Marie Oppenord und François de Cuvilliés angeeignet hatten; ein analoger Stil lässt sich auch in den Werken der Söhne, die zwischen 1728 und 1752 im Rheinland tätig waren, erkennen.


Literatur
DBI 21, 673-677
– W. Jahn Stukkaturen des Rokoko, 1990, 268-278, (mit Bibl.)

Autorin/Autor: Lucia Pedrini Stanga / CN