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Bianchi, Isidoro

geboren 20.7.1581 Campione d'Italia, gestorben 11.12.1662 Campione, kath., von Campione. Sohn des Bernardino. ∞ Fiorbellina Ferrari. Maler und Stuckateur. Von seiner frühen Tätigkeit ist nur ein Aufenthalt in Prag (1605) bekannt. Von 1617 an wirkte er, ausser in Campione, auch in Turin, wo er die Innenausstattung der Residenzen des savoy. Herzogs gestaltete. 1618 malte er die Pfarrkirche von S. Maria Rezzonico am Comersee und 1623 die Kirche S. Fedele in Como mit Fresken aus. Ebenfalls 1623 begann eine Phase der Zusammenarbeit mit Pier Francesco Mazzuchelli (genannt ll Morazzone), die für seine weitere stilist. Ausrichtung entscheidend war. Mit Morazzone führte B. die Quadraturmalereien in der Villa Crespi la Gallia in Como und Fresken im Castello di Rivoli im Piemont aus. Nach dessen Tod (1626) setzte er die Arbeiten bis zu ihrem Abschluss 1643 fort, unter Mitwirkung seiner Söhne Pompeo und Francesco, die sich als Maler und Stuckateure in seinem Atelier betätigten. Vor 1625 gestaltete B. die Fresken in der Apsis der Wallfahrtskirche Madonna della Rovana in Cevio. Zwischen 1628 und 1638 hielt er sich in Campione auf, um die Wallfahrtskirche S. Maria dei Ghirli auszuschmücken. In jenen Jahren erreichte B. den Zenit seiner künstlerischen Laufbahn im Umfeld des Savoyer Hofs: 1631 wurde ihm der Titel des Hofmalers bei Viktor Amadeus I. von Savoyen verliehen, 1634 wurde er zum Ritter erhoben. 1633 begann er mit Unterstützung seiner Söhne die Innenausstattung des Castello Valentino in Turin. Ab 1639 weilte er endgültig in Campione. Von da an wurden die in der Lombardei ausgeführten Malereiarbeiten immer zahlreicher, darunter auch die Fresken für die Pfarrkirchen von Brenzio (1639-40) und von Pianello Lario (1640-41), die Fresken in der Wallfahrtskirche Nostra Signora della Caravina zu Cressogno (1648-57) sowie jene der elften Kapelle des Sacro Monte von Varese (1650-54).


Literatur
DBI 10, 129-132
– M. De Angelis, «Per l'attività lombarda di Isidoro B.», in Arte Lombarda, 1990, 92 f., 110-117
– M. De Angelis, Isidoro B., 1993
BLSK, 103

Autorin/Autor: Laura Damiani Cabrini / EB