04/11/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Essertes

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Oron, im Jorat an der Grenze zwischen der Waadt und Freiburg gelegen, mit den Weilern Bretonnaire und Les Clos. Das Strassendorf liegt an der Strecke Vevey-Moudon, an der Abzweigung nach Oron-la-Ville. 1154 terram de Sartis, 1271 de Essertes. 1271 1 Haushalt; 1680 20; 1755 32; 1764 186 Einw.; 1798 167; 1850 197; 1870 205; 1900 162; 1950 142; 1970 116; 2000 259. Der mit 5,6 m Höhe grösste bisher in der Schweiz bekannte Menhir aus dem Neolithikum diente spätestens ab dem 16. Jh. als Grenzstein. 1996 wurde er wieder aufgerichtet. Mitte des 12. Jh. schenkten der Herr von Palézieux und mehrere seiner Vasallen der Benediktinerabtei von Hautcrêt Ländereien in der Gegend von E. Diese Schenkungen wurden 1154 vom Bf. von Lausanne und 1162 von Gf. Amadeus von Genf bestätigt. 1271 übertrug Pierre von Palézieux Nutzungsrechte seiner Wälder im Jorat und Weiderechte auf seinen novalles (gerodeten Gebieten) an Hautcrêt und die Bewohner von E. Das Dorf entwickelte sich rund um eine Scheune, die der Abtei gehörte und seit 1180 erwähnt ist. In der Berner Zeit 1557-1798 gehörte E. zur Vogtei Oron. 1814 trennten sich die Dörfer E., Châtillens und Les Tavernes und bildeten je eine eigene Gemeinde. Kirchlich unterstand E. immer der Pfarrei Châtillens, ausser 1897-1904, als es Filialkirche von Servion war. Seit 1734 besitzt E. eine Schule; das Schulhaus wurde 1848 gebaut. Das Dorf ist weiterhin stark von der Landwirtschaft geprägt (Milchwirtschaft und Anbau). 1974 Kläranlage.


Literatur
– «Chronologie archéologique», in RHV, 1997, 219-221

Autorin/Autor: Olivier Frédéric Dubuis / MS