Saussure, de

Fam. aus Saulxures (Lothringen), die 1503 vom Hzg. von Lothringen den Adelstitel erhielt. Antoine (1514-69 in Genf) kam als hugenott. Glaubensflüchtling nach Lausanne und wurde dort 1556 ins Bürgerrecht aufgenommen. Er begründete den Waadtländer Zweig der S. Dieser besass u.a. die Herrschaften Vernand, Morrens, Bercher, Bavois und Boussens. Unter den zahlreichen Nachkommen waren Räte, Schatzmeister, Bannerherren oder Justizbeamte. Andere Angehörige wurden Pfarrer, darunter der Lausanner Theologieprof. Marc (1609-74) und César (1677-1744), der Major Jean Daniel Abraham Davel auf dem Schafott betreute. Zudem wurden Vertreter dieses Zweigs Offiziere in fremden Diensten wie Henri (1709-61). Dieser liess sich in Charleston (South Carolina) nieder und gründete eine amerikan. Linie, von der sich mehrere Mitglieder im Unabhängigkeits- und im Bürgerkrieg auszeichneten. Auch César ( -> 1), Victor ( -> 13) und Hippolyte ( -> 4) gehörten zum Waadtländer Zweig.

Die Genfer S. gehen auf Elie (1602-62), den Urenkel von Antoine, zurück. Er wurde 1635 Bürger von Genf, arbeitete als Seidenhändler und war mit Sara Burlamaqui verheiratet. Der seit dem 17. Jh. u.a. mit den Burlamaqui, Calandrini und Lullin, im 18. Jh. dann mit den De la Rive und Boissier verbundene Zweig brachte Kaufleute und Magistraten hervor, ab dem 18. Jh. auch zahlreiche bedeutende Gelehrte. Berühmt waren insbesondere Nicolas ( -> 9), sein Sohn Horace Bénédict ( -> 5), seine Enkelin Albertine Necker, sein Enkel Nicolas Théodore ( -> 10) sowie seine Urenkel Théodore ( -> 12) und Henri ( -> 3). Ab der 2. Hälfte des 19. Jh. zeichneten sich die S. auch als Künstler, Philologen und Geisteswissenschaftler aus. Henri (1859-1926) war Maler und Graveur, sein Bruder René (1868-1943) Philosoph, Mathematiker und Esperantosprecher. Ferdinand ( -> 2) begründete die moderne Sprachwissenschaft und sein Bruder Léopold ( -> 8) war Sinologe. Raymond ( -> 11) zeichnete sich als Psychoanalytiker aus und Eric (1925-2007) als Maler und Mitglied der Gemeinschaft von Taizé. Jacques ( -> 6) tat sich als Diplomat hervor. Durch eine Erbschaft sind die Genfer S. seit Beginn des 20. Jh. Besitzer des Schlosses Vufflens.


Archive
– Nachlässe in: BGE, BCUL
Literatur
Recueil de généalogies vaudoises 3, 1950, 127-181
– E. Bungener, Filiations protestantes 2, Tl. 1, 1999, 777-783

Autorin/Autor: Martine Piguet / CN