05/03/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Corcelles-le-Jorat

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Oron. Von der Landwirtschaft geprägte Gem., die aus dem Dorf C. sowie mehreren Weilern besteht und an der Kreuzung der Strassen Lausanne-Moudon-Bern und Oron-Echallens liegt. Um 1140 Corceleys. 1432 11 Feuerstätten; 1764 369 Einw.; 1798 324; 1850 572; 1880 469; 1900 535; 1950 380; 2000 412. Funde aus der Römerzeit (Urnen und Münzen aus dem 1.-2. Jh.). Im 12. Jh. verlieh der Bf. von Lausanne C. an die Herren Philippe und Vaucher, die daraufhin den Namen des Ortes annahmen. Mehrmals geteilt und wieder zusammengelegt, kam die Herrschaft C. in die Hand der Bottens, Mestral (14. Jh.), Prez (15. Jh.), Crousaz (1589), Praroman (1642), Chandieu (1652) und Polier (1754). Bis 1754 war C. ein Meiertum (fr. métralie), dann eine Kastlanei. Unter Berner Herrschaft (1536-1798) war C. Teil der Vogtei Moudon. Die Dorfgenossen verwalteten die Gemeinde. Seit 1914 besteht ein Gemeinderat (Legislative) mit 45 Mitgliedern. 1863 wurde eine Schule errichtet. Kirchlich unterstand C. erst Mézières, seit 1828 Montpreveyres. Die kurz vor 1484 erbaute, Johannes dem Täufer geweihte Kapelle wurde 1725-26 durch ein ref. Gotteshaus ersetzt, das an anderer Stelle errichtet wurde. Das Schloss aus dem 17. Jh. wurde 1769-71 wieder aufgebaut. Aus dem 19. Jh. stammt das Schloss der Jaunins. Die Gem. besitzt 240 ha Wald im Bois du Jorat und 193 ha Weinreben, die 1769 und 1776 in Cully, Grandvaux und Villette (Lavaux) erworben wurden. In C. wird Ackerbau und Viehwirtschaft betrieben, es gibt eine landwirtschaftl. Mühle und ein Sammelzentrum für Viehfutter.


Literatur
M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 243 f.

Autorin/Autor: Olivier Frédéric Dubuis / EB