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Châtillens

Ehemalige politische Gemeinde VD, Bezirk Lavaux-Oron, seit 2012 mit Bussigny-sur-Oron, Chesalles-sur-Oron, Ecoteaux, Oron-la-Ville, Oron-le-Châtel, Palézieux, Les Tavernes, Les Thioleyres und Vuibroye Teil der neuen Gemeinde Oron. Dorf an der Strasse Lausanne-Bulle und der SBB-Bahnlinie Lausanne-Payerne, mit Brücken über die Flüsse Broye und Grenet. 1141 Castellens. 1680 10 Herdstellen; 1764 87 Einw.; 1803 98; 1850 248; 1880 297; 1900 289; 1950 223; 2000 365. Die Abtei Saint-Maurice überliess einen Drittel des Gebiets von C. 1137, die restlichen Teile erst gegen die Mitte des 12. Jh. der Zisterzienserabtei Hautcrêt; bis zur Säkularisation der Abtei (1536) gehörte C. zu deren Herrschaftskern. 1557 kam C. zur bernischen Vogtei Oron. 1798-2006 gehörte es zum gleichnamigen Bezirk. Das Dorf entwickelte sich um die Grangien (Eigenwirtschaftshöfe) der Abtei. Die erstmals im 12. Jh. erwähnte Kirche romanischen Ursprungs war den Unschuldigen Kindern sowie den hl. Mauritius und Pankratius geweiht. Im Mittelalter galt C. als bekannter Wallfahrtsort, da dem hl. Pankratius die Macht zugesprochen wurde, ungetauft gestorbene Kinder für die Zeit der Nachtaufe zum Leben zu erwecken. Mit der Reformation wurde dieser Brauch abgeschafft und die Pfarrei Oron-C. eingerichtet. 1814 trennte sich C. von Essertes und Les Tavernes, um eine eigene Gemeinde zu bilden. Vom 18. Jh. bis 1946 wurde mit Unterbrechungen Braunkohle abgebaut. Ende des 20. Jh. siedelte sich beim Bahnhof Kleinindustrie an. Ackerbau und Viehwirtschaft werden nebeneinander betrieben. Der 1939-84 abgehaltene monatliche Viehmarkt wurde nach Oron-la-Ville verlegt. Der überwiegende Teil der Erwerbstätigen pendelt, v.a. nach Lausanne.


Literatur
– C. Pasche, La contrée d'Oron, 1895, (Neudr. 1988)
– A. Claude, Un artisanat minier: charbon, verre, chaux et ciments au Pays de Vaud, 1974, 117 f., 135

Autorin/Autor: Olivier Frédéric Dubuis / AW