Barde

Genfer Fam., urspr. aus Valence in der Dauphiné (F). Erstmals belegt ist die Fam. mit Pierre, der als Angehöriger der "sog. ref. Religion" (Archiv von La Drôme) Valence im Sept. 1685 verliess, um nach Genf oder in die Schweiz zu flüchten. Die Fam. liess sich zunächst in Vevey nieder. 1731 wurde Pierres Sohn François (1655-1733) mit seinen drei Söhnen in Genf als Bürger aufgenommen. Auf einen dieser Söhne, den Kaufmann Jean-François (1696-1774), und dessen Sohn Jean (1737-1819) gehen die heutigen B. in Genf zurück. Mit Letzterem begann die Fam. eine Rolle in der Genfer Politik zu spielen; 1766 gehörte er zu den 24 Abgesandten der Bürger Genfs, die sich an die zwischen dem Kl. Rat und der Bürgerschaft vermittelnden Mächte Bern, Zürich und Frankreich wandten. Im Zuge der Revolution von 1782 wurde er von den Représentants in den Rat der Zweihundert delegiert. Zur Zeit der Restauration nahmen mehrere B. Sitze in den Räten ein, so Pierre-Auguste ( -> 3). Charles-Pierre (1777-1862) und sein Sohn Jean-Alphonse (1804-48) waren nacheinander Bürgermeister von Vernier (1824-47). Mit Jean Charles (1803-78), dessen Sohn Jean-Edouard ( -> 2) sowie zweien seiner Enkel, Henri-Paul (1866-1927) und Alain (1913-1995), ist auch die Geistlichkeit gut vertreten. Ein jüngerer Bruder von Jean-Edouard, Jules-Auguste (1841-1904), wirkte als Augenarzt und eröffnete die erste Genfer Augenklinik, bevor er die Leitung der Augenklinik Rothschild übernahm. Im 20. Jh. traten die B. als Journalisten (Edmond -> 1) und im Wirtschaftsleben hervor. So folgte Michel (geboren 1942) seinem Cousin Renaud ( -> 4) im Generalsekretariat des Arbeitgeberverbands.


Archive
Généalogie de la famille B., Ms., 1985, (AEG)
Literatur
– Galiffe, Notices généal. 6
Livre du Recteur 2, 119 f.

Autorin/Autor: Marie Bron / EB