Aubert (GE)

Bürgerl., prot. Fam. aus Crest (Dauphiné, F), die nach Aufhebung des Edikts von Nantes nach Genf flüchtete und urspr. in der Tuchfabrikation und im Grosshandel tätig war. Spätere Vertreter der Fam. wurden Bankiers, die auch im Ausland Niederlassungen gründeten. Verbindungen mit einflussreichen Genfer Fam. - u.a. Rigaud, Lullin, Pictet - zeugen von ihrem sozialen Aufstieg. Gemeinsamer Vorfahr beider heute noch bestehenden Zweige ist Jacques A.-Privat (1677-1743), Bankier und Kaufmann, der 1708 das Genfer Bürgerrecht erhielt. Der ältere Zweig zeichnete sich zunächst v.a. im Bankwesen und Handel in Turin aus, im 19. und 20. Jh. in versch. anderen Bereichen (Medizin, Recht, Literatur, Militär). Der jüngere Zweig geht auf Bankiers in Turin, Marseille und Genf zurück. Der Heirat zwischen Antoine-Edouard (1820-77), Anwalt, Oberrichter und Grossrat, und Caroline De la Rue entstammen drei Nebenlinien: die erste von Charles-Hippolyte (1848-1910), Richter, die zweite von Antoine-Edouard (1853-1931), Ingenieur, die dritte von Hippolyte-Victor (1865-1923), Archivar und Paläograf, Leiter der Öffentl. und Universitätsbibliothek Genf. Zwei weitere, heute ausgestorbene Zweige stammten von Cousins von Jacques ab: Antoine (1677-1767), Kaufmann, Bankier und 1704 Bürger von Genf, hatte einen Sohn, Pierre (1715-84), Kaufmann in Genf und Genua, und einen Enkel, Jean-Louis (1756-89), Teilhaber der 1782 gegr. Bank Lullin, Masbou, Aubert & Cie. Der nach London geflüchtete Claude (1692-1774) war Teilhaber der Firma "Jean Boissier, Gaspard Sellon und Claude Aubert, Bankiers" in London. Seine drei Söhne hinterliessen keine Nachkommen.


Literatur
– H.-V. und F. Aubert, Notes sur la famille A. de Genève, originaire de Crest en Dauphiné, 1530-1908, 1908
– H. Lüthy, La banque protestante en France 2, 1961, 98-99, 282, 534, 564, 578, 589
450e anniversaire de la famille A. de Genève, originaire de Crest en Dauphiné [1980]

Autorin/Autor: Jean de Senarclens / KMG