Montcherand

Polit. Gem. VD, Bez. Jura-Nord vaudois. Nördlich der Orbeschlucht gelegenes Dorf. 1324 Montcherant. 1416 14 Haushalte; 1453 6; 1764 135 Einw.; 1803 178; 1850 289; 1900 258; 1950 262; 2000 404. V.a. im 7. und 8. Jh. wurden bei La Léchère Rennöfen betrieben. Im MA unterstand M. der Herrschaft Les Clées und gehörte dem Priorat Baulmes, mit dem es im 10. Jh. an das Cluniazenserkloster von Payerne überging. Unter Berner Herrschaft bildete M. einen Teil der Vogtei Yverdon. Die dem hl. Stephan geweihte Kirche ist mit Wandmalereien verziert, die wahrscheinlich auf Anfang des 12. Jh. zurückgehen. Ende des 13. Jh. zur Pfarrkirche erhoben, wurde sie nach der Reformation eine Filiale von Rances, dann 1662 Teil der Kirchgem. Orbe, 1846 jener von Rances, 1931 von Lignerolle und 2000 von Ballaigues-Lignerolle. Seit 1908 ist ein Wasserkraftwerk in Betrieb. Die 1990 eröffnete Autobahn von Orbe nach Vallorbe brachte einige Neuzuzüger.


Literatur
– R. Golay, Les installations de la Compagnie vaudoise des forces motrices des lacs de Joux et de l'Orbe, et leur développement, 1953
– P. Ramelet, «L'énigme des peintures murales de l'église de M.», in RHV 94, 1986, 1-50
– E. Abetel, L'établissement sidérurgique de M., 1992

Autorin/Autor: Anne Rochat-Morel / EM