Landtwing

Zahlreiches Geschlecht der Stadt Zug. 1399 zeugte ein Ruedi bei einem Gültkauf. 1422 rettete Johann in der Schlacht von Arbedo das Zuger Panner. Von 1447 - in diesem Jahr ist Konrad als Ratsherr der Stadt Zug belegt - bis 1798 waren die L. fast immer im städt. Rat vertreten, ab 1653 als einzige Fam. lückenlos. Dies zeigt ihre beständige, aber selten überragende polit. Bedeutung in der Stadt. In deren Vogteien amtierten zahlreiche L. als Obervögte, darunter der aus einer bäuerl. Nebenlinie stammende Josef Blasius (1739-1826), der 1765-67 die Vogtei Gangolfswil verwaltete und 1782 mit Wolfgang Damian Bossard die daran angrenzende Gerichtsherrschaft Buonas erwarb. 1792 errichtete er zur Sicherung des Familienbesitzes ein 2006 noch bestehendes Fideikommiss.

Zwei Linien stammten vom Ratsherrn Johann (gestorben 1638) ab. Sein Sohn Kaspar (1603/04-1703), Kürschner, sass während 50 Jahren im Rat. Kaspars Enkel Johann Franz ( -> 4) war der einzige Ammann und eidg. Landvogt der Familie. In der kant. Politik spielten die L., die traditionell mehrheitlich der profranz. Partei der Linden zuneigten, eine - gemessen an der Grösse des Geschlechts - eher geringe Rolle. Der wohl bedeutendste L. war der Kartograf und Militärreformer Franz Fidel ( -> 2), ein Sohn des Johann Franz. Er brachte 1775 seinen Besitz in ein ebenfalls noch bestehendes Fideikommiss ein, zu dem bis um 1900 der Weingartenhof in Zug und das Schloss St. Andreas in Cham gehörten.

Der Uhrmacher und Kohlenhändler Peter (1646-1726), ein Enkel des erw. Ratsherrn Johann, begründete eine Uhrmacherdynastie, die sich über fünf Generationen erstreckte. Peter war Stadtuhrmacher, ebenso sein Sohn Michael (1688-1776), der die Uhrwerke zweier Stadttürme konstruierte, und sein Enkel Anton Wolfgang (1723-1802). Der aus dieser Linie stammende Karl Anton ( -> 5) war der bisher letzte L. in einem wichtigen kant. Amt. Barbara (1718-1800), die zu einer anderen von Johann ausgehenden Familienlinie gehörte, war während ca. 30 Jahren Vorsteherin des Klosters Maria Opferung in Zug.


Literatur
– A. Iten, E. Zumbach, Wappenbuch des Kantons Zug, 21974

Autorin/Autor: Renato Morosoli