Lignerolle

Polit. Gem. VD, Bez. Jura-Nord vaudois, an den Hängen des Suchet gelegen. 1160-64 de Lineroles. 1416 60 Feuerstätten; 1453 40; 1764 218 Einw. (bzw. 54 Feuerstätten); 1850 306; 1900 308; 1950 244; 1960 365; 1980 262; 2000 334. Im MA gehörte L. zur Herrschaft Les Clées und besass dank der wirtschaftl. Auswirkungen der Strasse nach Jougne eine gewisse Bedeutung. Der Meier Nicolas de L. wurde 1302 Herr von Ballaigues, was die herausragende Stellung von L. zu dieser Zeit zeigt. Die 1302 dem Geschlecht de Champvent zugeteilte Herrschaft ging später an die Champion, die Besson, die Asperlin und schliesslich die Cerjat über. Ab 1536 gehörte L. zur bern. Vogtei Yverdon, 1798-2006 zum Bez. Orbe. Die Gem. wurde von einem Fünferrat regiert. Die Kirche Saint-Vit (Saint Guy) ist 1228 als Pfarrkirche belegt; wahrscheinlich war sie dies schon vorher, da das Gebäude aus dem 13. Jh. ältere Sakralbauten (ab dem 9. Jh.) ersetzte. In Les Clées hatte sie eine Filiale. Die Pfarrei existiert immer noch. Nachdem der Jougne-Pass für den Verkehr an Bedeutung verloren hatte, verblieb die Landwirtschaft als einzige wirtschaftl. Tätigkeit in L. Es wird v.a. Rinderzucht betrieben. Getreide und Raps haben den Flachs (lin) ersetzt, dem die Gem. ihren Namen verdankt. 1980 wurde eine Meliorationsgenossenschaft gegründet.


Literatur
– O. Dubuis, «L'église Saint-Vit de L.», in RHV, 1954, 169-191
– O. Dubuis, «L. au moyen âge», in RHV, 1954, 113-139

Autorin/Autor: Guy Le Comte / CN