19/01/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Corcelles-sur-Chavornay

Polit. Gem. VD, seit 1798 Bez. Orbe. Dorf östl. der Orbe, oberhalb der Orbe-Ebene. 885 Corceles. 1414 14 Feuerstätten; 1699 48 (215 Einw.); 1764 207 Einw.; 1798 232; 1850 336; 1900 307; 1950 353; 1970 233; 2000 305. Spuren aus röm. Zeit. 888 schenkte ein Vasall des Gf. Rudolf namens Vodelgisus dem Bf. von Lausanne Güter in C., die er drei Jahre zuvor von Ks. Karl dem Dicken erhalten hatte. Ab dem 12. Jh. unterstand C. der Herrschaft Bavois, die den Herren von Joux gehörte. 1263 huldigten diese Peter von Savoyen. Die Herren von Joux hatten nur einen kleinen Teil der Güter in C. inne; der Rest war in mehrere Lehen geteilt. 1520 löste sich C. durch Erbteilung von Bavois. Bernhard von Ligerz wurde der erste mit allen Rechten ausgestattete Herr von C. Sein Schloss errichtete er in einem bereits bestehenden Gebäude. Unter Berner Herrschaft wurden dem Sohn Bernhards die gerichtsherrl. Rechte über C. bestätigt; C. wurde in die Vogtei Yverdon integriert. 1644 kaufte César Lentulus die Herrschaft, vergrösserte das Schloss und vereinigte die meisten Güter und Rechte, die von da an durch die Hand mehrerer Fam. gingen. 1228 wird die Pfarrei erstmals erwähnt. Die Kirche wurde 1754 von Gabriel Delagrange neu gebaut (monumentale Fassade). Von der Mitte des 18. Jh. an bis 1909 bestand in C. eine Ziegelei. Um 1870 Anfänge einer bescheidenen, in Heimarbeit betriebenen Uhrenindustrie. 1959 Güterzusammenlegung. Das umgebaute Schloss diente 1884-1963 als Erholungsheim. Ein weiteres Heim namens Pré-Carré wurde 1924 gebaut. 2000 stellte die Landwirtschaft einen Drittel der Arbeitsplätze.


Literatur
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988, 281-286
– A. Combe, C.: une terre, des paysans et des seigneurs, 2003

Autorin/Autor: Anne Rochat-Morel / EB