Brandenberg

Zahlreiches Geschlecht der Stadt Zug. 1432 ist ein Arnold als Ratsherr und Statthalter erwähnt, 1435 war ein in der späteren Stadtvogtei Gangolfswil sesshafter Burkard Stadtbürger. 1442 wohnte ein Heini auf Stadtgebiet in Oberwil bei Zug, wo 1469 mehrere B. für den Kapellenbau stifteten. Seit dieser Zeit sind die B. auch in der Stadt selbst bezeugt, wo sie sich in mehrere Zweige teilten. 1489-94 war ein Heini Ratsherr. Danach sass bis 1766 fast immer ein B. im Zuger Rat, meist aus dem städt. Zweig, der von Hans (gestorben 1531) abstammte. Dessen Sohn Wolfgang ( -> 16) wurde Ammann, ebenso sein Enkel Kaspar ( -> 11), der 1620 das Schloss St. Andreas in Cham und 1625 die Burg in Zug erwarb. Dieser reiche, 1793 ausgestorbene Zweig stellte viele städt. Obervögte, fünf der acht Landvögte des Geschlechts, viele Geistliche sowie zahlreiche Offiziere in fremden Diensten, insbesondere in Spanien und Italien. Kaspar (1622-95) wurde Hauptmann der päpstl. Garde in Ferrara. Das Amt blieb vier Generationen lang in der gleichen Fam., u.a. bei Fulvius, der 1739 vom Zuger Rat ein Attest seiner hochadeligen Herkunft erhielt. Ein anderer wichtiger Zweig (1818 ausgestorben) ging von Oswald ( -> 14) aus. Dessen Enkel Karl ( -> 8) besass ab ca. 1650 die Burg Zug (bis 1658) und das Schloss in Cham, das bis 1733 in der Fam. blieb. Dieser Zweig stellte drei Landvögte, mehrere Söldneroffiziere und zahlreiche Geistliche, darunter Kapuziner und eine Äbtissin des Klosters Frauenthal. Letzter Ratsherr dieser Linie war Jakob Bernhard (1692?-1768?), der in den Harten- und Lindenhandel verwickelt war, 1764 als Stabführer mit dem städt. Siegel floh und danach als hochstaplerischer Baron auftrat. Karl Franz ( -> 9), von einem weiteren Zweig abstammend, war der letzte B., der bedeutende öffentl. Funktionen innehatte. Während sich die polit. und militär. Ämter auf zwei Linien konzentrierten, waren die Künstler und Kunsthandwerker, v.a. die Goldschmiede, breiter gestreut. Bemerkenswert ist die von Thomas (1620-88) begründete Kunstmalerdynastie, welche vier Generationen umfasste, darunter Johannes ( -> 6).


Literatur
– A. Iten, E. Zumbach, Wappenbuch des Kt. Zug, 21974
– P. Hoppe, «Der Rat der Stadt Zug im 18. Jh. in seiner personellen Zusammensetzung und sozialen Struktur», in Tugium 11, 1995, 97-129

Autorin/Autor: Renato Morosoli