Bofflens

Polit. Gem. VD, Bez. Orbe. Zwischen der Orbe-Ebene und dem Jurafuss gelegenes Dorf. 1007 in curte Bofflenis, 1011 Boflinges. 1529 12 Feuerstätten; 1764 202 Einw.; 1850 332; 1900 249; 1950 193; 1970 142; 2000 157. Eine frühe Besiedlung bezeugen hallstätt. und latènezeitl. Siedlungsspuren sowie frühma. Gräberfelder. Ab dem 10. Jh. gehörte B. zur hochburgund. Herrschaft Orbe und zum Kloster Romainmôtier. 1007 vermachte Abt Odilo von Cluny einem gewissen Enguizon Güter in B. Nach der Schenkung von sechs Häusern durch Kg. Rudolf III. von Burgund 1011 gehörte dem Kloster Romainmôtier das ganze Dorf. 1393 stritten sich die Einwohner von B. mit denen von Bretonnières um den Besitz eines Waldes. 1536-1798 war B. Teil der bern. Vogtei und Kastlanei Romainmôtier; in dörfl. Angelegenheiten entschied die Gemeindeversammlung. 1910 wechselte B. von der Kirchgem. Romainmôtier zu derjenigen von Agiez (seit 2000 Orbe-Agiez). Die ref. Kirche wurde 1914 erbaut. 1962 wurde eine Flurbereinigung durchgeführt, Anfang der 1990er Jahre ein Zonenplan verabschiedet. B. ist ein von Landwirtschaft und Handwerk geprägtes Dorf geblieben.


Literatur
– G. Kaenel, Recherches sur la période de La Tène en Suisse occidentale, 1990

Autorin/Autor: Anne Rochat-Morel / MS