Bavois

Polit. Gem. VD, Bez. Orbe seit 1798, umfasst das Dorf B., den Ortsteil Les Bordes (B.-dessus) und den Weiler Le Coudray. 1200 Bavoies. 1416 85 Feuerstätten; 1681 38 Häuser; 1764 317 Einw.; 1850 492; 1900 566; 1970 407; 2000 727. Siedlungsspuren von der Glockenbecherkultur bis zur Spätbronzezeit (2400-1200 v.Chr.). Zwei röm. Strassen durchquerten B. Frühma. Gräberfeld. B. war vom 12. Jh. an bis 1358 Herrschaftssitz der Edlen von Joux, 1263 Vasallen Peters II. von Savoyen. Sie gründeten einen Marktflecken, der 1386 und 1403 erw. ist, aber 1403 schon in Verfall war. In bern. Zeit unterstand B. einem Zwölferrat, hatte ein eigenes Dorfgericht und war Teil der Vogtei Yverdon. Die Herrschaft änderte mehrmals die Hand und wurde wiederholt aufgeteilt. Das sog. Untere Schloss wurde 1802 im Bourla-Papey-Aufstand eingeäschert, das damals ebenfalls geplünderte Obere Schloss ist heute Privatbesitz. Die im 12. Jh. erw. Kirche Saint-Léger zeigt rom. und got. Stilelemente. Eine Seitenkapelle datiert aus dem 15. Jh., Wandmalereien aus dem 14. und 16. Jh. Zur Reformationszeit wurde Saint-Léger Filialkirche von Chavornay. B. ist noch weitgehend von Acker- und Weinbau geprägt (1972 Güterzusammenlegung). Seit 1981 Melioration der Orbe; die Torfmoore sind geschützt.


Literatur
– H. Ammann, «Zwei unbekannte ma. Städte der Waadt», in Mélanges d'histoire économique et sociale en hommage au professeur Antony Babel 1, 1963, 84-89
– B. Moulin, J.-L. Voruz, «Reconstitution d'un habitat protohistorique», in ArS 12, 1989, 105-109

Autorin/Autor: Sabine Carruzzo-Frey / FSC