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Herold, Johannes Basilius

geboren 17.12.1514 Höchstädt an der Donau, gestorben Juni 1567 Basel, ref., (vor 1539 kath.), von Basel (Bürgerrecht 1556). Unehel. Sohn des Johannes, Amtsmanns der Fugger. ∞ 1) Tochter der Basler Bürgerfam. Gernler, 2) Veronika Blowner, Tochter des Ratsherrn Bernhard. Schule in Donauwörth, dann Wanderjahre v.a. in Italien. Ab 1539 in Basel. Obwohl kein Theologe, war H. 1542-43 Pfarrer in Reinach (BL), 1543-44 Kandidat und Pfarrhelfer in Augsburg sowie 1545-52 Pfarrer in Pfeffingen. Ab 1554 wieder in Basel für Drucker als Korrektor und Übersetzer tätig. H. gab bei den Druckern Johannes Oporinus, Heinrich Petri und Pietro Perna antike und humanist. Texte mit selbst verfassten Kommentaren heraus. Bedeutend für die Rechtsgeschichte des FrühMA ist die Edition des altgerm. Codex der Volksrechte "Antiquitates Germanicae" 1557. Als eigenwillig gilt in der hist. Erzählforschung die Übersetzung von Conrad Lycosthenes' "Prodigiorum ac ostentorum chronicon", die H. 1557 unter dem Titel "Wunderwerck oder Gottes vnergründtliches vorbilden [...]" veröffentlichte. H., der reichs- und kaisertreu war und gute Beziehungen zu kath. Würdenträgern pflegte, genoss in Basel nur wenig Unterstützung.


Literatur
– A. Burckhardt, Johannes Basilius H., 1967
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 1, 226
Enz. des Märchens 6, 1990, 857 f.

Autorin/Autor: Andrea Weibel