14/11/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken
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Erastus, Thomas

geboren 7.9.1524 (?) (Thomas Lüber) Baden,gestorben 31.12.1583 Basel, ref., aus einer Badener Handwerkerfam. ∞ Isotta a Canonici, Tochter eines Bologneser Bürgers. 1542-52 Stud. der Theologie und Medizin in Basel und Bologna. Als Mediziner Gegner des Paracelsus. 1558-80 Prof. für Medizin an der Univ. Heidelberg (ab 1559 Rektor), an deren Umgestaltung er beteiligt war. E. engagierte sich für die Durchsetzung des ref. Bekenntnisses in der vorher luther. Pfalz, trat im Abendmahlsstreit für Zwinglis Lehre ein und widersetzte sich der Einführung calvinist. Kirchenzucht. Nach der Entlassung in Heidelberg wurde er 1583 Prof. für Ethik in Basel. Der nach ihm benannte sog. Erastianismus, eine theoret. Grundlage für das engl. Staatskirchentum des 17. Jh., forderte den Primat des Staates über die Kirche.


Literatur
– R. Wesel-Roth, Thomas E., 1954
– F.W. Bautz, Biogr.-Bibliograph. Kirchenlex. 1, 1975, 1532 f.
– R.C. Walton, «Der Streit zwischen Thomas E. und Caspar Olevian», in Mh. für Evang. Kirchengesch. des Rheinlandes 37/38, 1988/89, 205-246
– C.D. Gunnoe, «E. and Paracelsianism», in Reading the Book of Nature, hg. von A.G. Debus, M.T. Walton, 1998, 45-66
– J. Wayne Baker, «Erastianism in England: The Zürich connection», in Die Zürcher Reformation, hg. von A. Schindler, H. Stickelberger, 2001, 327-349

Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest