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Stadlin, Franz Ludwig

geboren 18.7.1658 (Franciscus Leontius) Zug, gestorben 14.4.1740 Peking, kath., von Zug. Sohn des Adam und der Annamaria Rogenmoser. Uhrmachergeselle in Ulm, Wien, Prag, Danzig, Königsberg, Dresden und Berlin. 1687 Eintritt in den Jesuitenorden in Brünn (Mähren). 1689-1700 Uhrmeister in Breslau und bis 1704 in Brünn, Liegnitz (Schlesien), Leitmeritz (Böhmen) und Neisse (Schlesien). Nach Peking entsandt, bereitete sich der Laienbruder S. 1704-06 in Portugal sprachlich auf die Reise vor. Ab 1707 wirkte er am kaiserl. Hof in Peking. Er führte die Hof-Eunuchen in die Uhrmacherkunst ein. Als Uhr- und Instrumentenmacher erwarb er die Gunst des Ks. Kangshi aus der Manchu-Dynastie. Dieser stiftete S. ein aufwendiges Begräbnis. Der Grabstein ist auf dem ältesten christl. Friedhof Pekings (Zhalan), dem Jesuitenfriedhof, erhalten geblieben. Der chines. Name S.s lautete Lin Yu-Tsiang.


Literatur
– F. Strobel, Schweizer Jesuitenlex., Ms., 1986, 534
HS VII, 468
– W. Vogler, «Grabstein für einen Zuger in Peking», in Zuger Njbl., 1999, 108 f.

Autorin/Autor: Urban Fink