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Beroldingen, Joseph Anton von

geboren 9.9.1738 St. Gallen, gestorben 22.2.1816 Hildesheim, kath.; Sohn des Josef Anton Euseb ( -> 10). Bruder des Franz Coelestin ( -> 2). 1752 Domherr in Speyer, bischöfl. Geheimer Rat, Stiftspropst in Speyer, 1770 Domherr in Hildesheim, 1790 Propst des Reichsstifts Odenheim in Bruchsal. Ab 1761 Mitglied, 1784 Präs. der Helvet. Gesellschaft, Ehrenmitglied der Berner Ökonom. Gesellschaft und der Zürcher Physikal. Gesellschaft, Freimaurer in Neapel. B. war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der kath. Aufklärung und stand in Kontakten zu vielen prot. und kath. Aufklärern (u.a. Eulogius Schneider, Franz Wilhelm von Spiegel) und Gelehrten. Er distanzierte sich von der radikalen Richtung der Aufklärung und schlug später die Brücke zur Frühromantik. Er wurde als Mitglied des Kreises um Niklaus Albert von Diesbach und Clemens Maria Hofbauer Förderer der kath. Romantik (1788 mit Hofbauer Aufbau der kirchl. Laienkongregation der Oblaten für die soziale Arbeit in der Welt). Mit einer Denkschrift verfocht B. 1792 die Reintegration der Schweiz in das Hl. Röm. Reich als Schutz vor franz. Ansprüchen und setzte sich zugunsten der franz. Emigranten ein.


Literatur
– H. Raab, «Briefe des Domherrn Joseph von B. aus dem Vatikan. Archiv (1779-90)», in ZSK 50, 1956, 139-160
– U. Im Hof, F. de Capitani, Die Helvet. Ges., 2 Bde., 1983

Autorin/Autor: Urban Fink