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Schad, Uli

geboren vermutlich in Oberdorf (BL), gestorben 14.7.1653 Basel, ref., von Oberdorf. ∞ einer Witwe aus dem bern. Bipperamt. Weber. Ab 1649 Gerichtssässe am Gericht Waldenburg, ab 1652 Mitglied des Oberdorfer Banngerichts. Neben Isaak Bowe gilt S. als Hauptanführer der Baselbieter Untertanen im Bauernkrieg 1653. Er trat bei allen wichtigen Ereignissen auf der Basler Landschaft in Erscheinung, war mehrere Male Vertreter seiner Gem. bzw. des Amtes Waldenburg bei Versammlungen der Untertanen sowie bei Verhandlungen mit der Obrigkeit und betrieb als Abgeordneter der Basler Landschaft an den Landsgemeinden in Sumiswald und Huttwil den Anschluss an den Bauernbund. Mit dessen Obmann, Niklaus Leuenberger, stand er in briefl. Kontakt, um sich wegen der allerorts Mitte Mai 1653 stattfindenden Verhandlungen zwischen den Untertanen der versch. Herrschaftsgebiete und ihren jeweiligen Obrigkeiten abzusprechen. Die Führungsrolle von S. bedeutete indessen keine grundlegende Ablehnung der obrigkeitl. Herrschaft. Vielmehr zielten die von ihm mitgeprägten Forderungen der aufständ. Baselbieter primär auf die Eindämmung herrschaftl. Willkür und überhöhter Steuerforderungen ab. Seine Funktion rechtfertigte S. in den nach seiner Festnahme im Juni 1653 durchgeführten Verhören damit, im Auftrag seiner Gem. und der Landschaft gehandelt zu haben. Erst unter der Folter machte er weiterreichende Geständnisse. S. wurde zusammen mit sechs weiteren Basler Untertanen hingerichtet.


Literatur
– P. Suter, «Zur Erinnerung an den Bauernkrieg von 1653 auf der Landschaft Basel», in BHBl 18, 1953, 217-248

Autorin/Autor: Niklaus Landolt